Statistikfehler in Liberia WHO korrigiert Zahl der Ebola-Todesopfer nach unten

Liberia bekommt die Ebola-Epidemie langsam in den Griff. In der Statistik allerdings gibt es offenbar Unstimmigkeiten.

(Foto: AFP)
  • WHO meldet jetzt 6000 Ebola-Todesopfer.
  • Die Weltbank fürchtet Rezession in Sierra Leone und Guinea.
  • Der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung warnt vor Korruption in den betroffenen Ländern.

Liberias Ebola-Statistik mit Fehlern

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Zahl der Ebola-Opfer in Westafrika korrigiert. Nachdem die Statistiker der UN-Organisation am Wochenende für Liberia, Sierra Leone und Guinea einen Anstieg um mehr als 1000 auf fast 7000 Tote verzeichneten, meldete sie nun doch wieder knapp 6000.

Die Zahl von fast 7000 Toten sei zustande gekommen, weil die Gesundheitsbehörden in Liberia irrtümlich zu viele Fälle gemeldet hätten, hieß es zur Begründung. Nach den neuen Zahlen wurden in Liberia, Sierra Leone und Guinea 16 899 Erkrankungen sowie 5987 Todesfälle registriert. In Mali wurden sieben Fälle gezählt.

Die Statistik hinkt allerdings: Zum einen liegt nicht bei allen gemeldeten Fällen ein Nachweis vor, so dass möglicherweise zu viele Opfer gezählt werden. Zum anderen dürfte es aber auch eine hohe Dunkelziffer geben. Die WHO rechnet damit, dass die Zahl der Erkrankten und Todesopfer besonders in schwer zugänglichen Regionen höher ist als bekannt.

Sierra Leones Wirtschaft dürfte deutlich schrumpfen

Die Weltbank warnt vor einem ökonomischen Abschwung in Sierra Leone und Guinea. 2015 werde die Wirtschaft in Sierra Leone um zwei Prozent und in Guinea um 0,2 Prozent schrumpfen, erklärte die Weltbank. Insgesamt habe das tödliche Virus die Haushalte der drei besonders betroffenen Länder schon eine halbe Milliarde Dollar (400 Millionen Euro) gekostet und enorme Löcher in die öffentlichen Budgets gerissen.

Ebola-Beauftragter warnt vor Korruption

Der Ebola-Beauftragten der Bundesregierung sieht die Korruption in Westafrika als Gefahr im Kampf gegen die Seuche. Die internationale Gemeinschaft müsse schnell helfen, aber nicht so schnell, dass Kontrollmechanismen nicht mehr funktionierten, sagte Walter Lindner. Bei internationaler Hilfe bestehe "eine Riesengefahr", dass sie in falsche Hände gerät. Es brauche richtige Regierungsstrukturen für den Wiederaufbau der Gesundheitssysteme, der Energieversorgung oder der Landwirtschaft in den betroffenen Ländern. "Es darf nicht einfach ohne System weitergehen", sagte Lindner.

Zugleich kündigte er an, dass der neue deutsche Ebola-Rettungsflieger von Mittwoch an zum Einsatz bereitstehe. Die Lufthansa entwickelte das Flugzeug mit Sonder-Isolationseinheit zusammen mit dem Robert-Koch-Institut und der Bundesregierung. Der umgebaute Airbus sei das weltweit beste Evakuierungsflugzeug für einen schweren Ebola-Fall, so Lindner.

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