Nichtraucher werden Das leistet die Nikotinersatztherapie

Nikotinpflaster & Co. können den Abschied von der Zigarette erleichtern. Der Körper bekommt den Stoff, nach dem er giert. Für wen sich welche Präparate eignen.

Von Nina Buschek

Nikotinersatzpräparate machen einen Raucher nicht automatisch zum Nichtraucher. Aber sie können die erste Phase des Aufhörens erleichtern. Sie mildern Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, schlechte Laune, Konzentrationsschwäche, Unruhe oder Heißhunger und helfen, die Gewichtszunahme in Grenzen zu halten.

Das Nikotin in den Präparaten flutet langsamer an und wird in einer geringeren Dosis abgegeben als beim Rauchen. Der Kick durch die Zigarette bleibt aus. Deswegen wird man von Ersatzpräparaten in der Regel nicht abhängig. Sie sorgen aber dafür, dass die Nikotinandockstellen im Körper besetzt sind. Das nimmt den Druck, zur Zigarette zu greifen.

Der Körper entwöhnt sich sehr schnell vom Nikotin. Nach zwei Tagen bis maximal einer Woche meldet das Gehirn keinen Nikotinmangel mehr. Was bleibt ist das Verlangen, zu rauchen, also das gewohnte Verhalten auszuüben. Auch gegen dieses sogenannte Craving helfen Nikotinpflaster und Co. Deshalb dauert die Nikotinersatztherapie in der Regel drei Monate. Anschließend wird die Dosis schrittweise reduziert.

Dass die Ersatztherapie wirkt, ist wissenschaftlich gut belegt. In Studien verhalf der Nikotinersatz 80 Prozent mehr Rauchern zum Ausstieg als ein Scheinmedikament. Das bedeutet auf zehn Raucher, die mit einem wirkstofffreien Placebo erfolgreich aufgehört haben kamen 18, die es mit Nikotinersatzpräparaten schafften. Diese Zahlen bedeuten dagegen nicht, dass 80 Prozent der Raucher mit einem Pflaster ihre Sucht überwinden. Die Erfolgsquoten sind wesentlich geringer und hängen davon ab, wie die Aufhörwilligen sonst noch unterstützt werden. Experten empfehlen, die Nikotinersatztherapie mit einem verhaltenstherapeutischen Programm zu kombinieren. Denn bei der Tabakentwöhnung geht es im Kern um eine Verhaltensänderung.

Was ist mit Nebenwirkungen?

Die Rauchstopphelfer aus der Apotheke liefern das Nikotin ohne krankmachenden Tabakrauch. Bei richtiger Verwendung sind sie ungefährlich. Mögliche Nebenwirkungen des Nikotins sind Kopfschmerzen und Schwindel. Empfindliche Menschen können auf Pflaster mit Rötungen oder Juckreiz reagieren. Kaugummis und Tabletten reizen mitunter die Schleimhäute in Mund und Hals.

Ob Kleben, Schlucken, Kauen oder Inhalieren - welche Form des Nikotinersatzes am besten funktioniert, hängt davon ab, welcher Raucher-Typ man ist, und wie ausgeprägt die Abhängigkeit vom Nikotin ist. (Wie stark ihre Sucht ist, können Sie hier testen). Ist die Nikotinabhängigkeit sehr stark, ist es sinnvoll, ein Pflaster zu tragen und zusätzlich Kaugummis oder Tabletten zu nehmen. Wichtig ist, dass man die Nikotinersatzpräparate ausreichend hoch dosiert und lange genug nimmt.

Nikotinpflaster