Mittel gegen Husten Große Auswahl, kleine Wirkung

Am Medikamenten und Hausmitteln gegen den Husten mangelt es nicht. An zweifelsfreien Wirknachweisen dagegen schon. Wofür sich Hustengeplagte ihr Geld sparen können, und was sie für ihr Wohlbefinden tun können.

Von Berit Uhlmann

In den Apotheken stapeln sich die Hustenmittel, in den Ratgeberforen werden Unmengen von Hausmitteln empfohlen. Allein: Einen zweifelsfreien Wirknachweis gibt es für keine der Methoden. Das liegt in erster Linie daran, dass große, methodisch einwandfreie Studien fehlen. Ein Überblick über die bisherigen Erkenntnisse:

Hustenlöser

Schleimlöser mit den Arzneistoffen Ambroxol und Acetylcystein sind weit verbreitet. Sie sollen den zähen Schleim in den Atemwegen verflüssigen, so dass er leichter abgehustet werden kann. Bisherige Studien zeigen - wenn überhaupt - nur einen kleinen Effekt. Für Erwachsene und Kinder über zwei Jahren scheinen die Mittel gut verträglich zu sein. Für jüngere Kinder gibt es nicht genügend Daten, die die Unbedenklichkeit belegen.

Hustenblocker

Hustenblocker versprechen die gegenteilige Wirkung der Hustenlöser: Sie sollen das unerwünschte Symptom unterdrücken und so vor allem beim Einschlafen helfen. Der am häufigste verwendete Arzneistoff ist Dextromethorphan; er ist beispielsweise in NeoTussan und den Kombinationspräparaten Wick Medinait und Wick Daymed enthalten. Studien deuten auch bei diesem Arzneistoff auf einen allenfalls kleinen Effekt hin. In den meisten Kombinationspräparaten ist er noch dazu sehr niedrig dosiert; von der ohnehin kleinen Wirkung dürfte nicht viel übrig bleiben.

Ob Dextrometorphan bei Kindern wirkt, ist unklar. Sicherer ist, dass der Stoff bei ihnen ernste Nebenwirkungen haben kann: Nervosität und Aufgeregtheit oder aber starke Müdigkeit und Verwirrung gehören dazu.