Menschliche Bakterien Artenvielfalt auf dem Unterarm

"Wie Regenwald und Wüste": Das Mikroklima ist an einzelnen Körperstellen sehr unterschiedlich - und hat großen Einfluss auf die Bakterien. An trockenen Stellen finden sich die meisten Bakterien-Spezies.

Amerikanische Forscher haben mehr als 205 Bakterien-Arten identifiziert, die auf der Hautoberfläche gesunder Menschen leben. Das sind 25 Spezies mehr als bisher bekannt.

Staphylococcus aureus ist das häufigste Bakterium auf der menschlichen Haut. Hier liegt es zur Untersuchung in einer Petrischale.

(Foto: Foto: Reuters)

Ein Team um Julia Segre vom National Human Genome Research Institute der USA untersuchte Hautproben von 20 Körperstellen (Science, Bd.324, S.1190, 2009). Je nach dem dort herrschendem Mikroklima wiesen diese große Unterschiede auf.

"Haarige feuchte Achselhöhlen sind zwar nur wenig von glatten trockenen Unterarmen entfernt", schreiben die US-Forscher. "Aber diese beiden Nischen sind ökologisch so verschieden wie Regenwald und Wüste."

Die größte Bakterienvielfalt fanden die Forscher an trockenen Körperstellen wie dem Unterarm. Dort tummelten sich durchschnittlich 44 Arten. Kaum Bakterien hat der Mensch dagegen hinter den Ohren: Hier leben nur 19 unterschiedliche Arten.

Die menschliche Hautflora bildet eine natürliche Barriere gegen Krankheitserreger. Am häufigsten kommt dort das Bakterium Staphylococcus aureus vor. Es lebt vor allem in den Schleimhäuten der Nase.

Aus der Analyse der Daten erhoffen sich die Wissenschaftler Erkenntnisse, wie Bakterienkolonien Hauterkrankungen wie etwa Ekzeme, Schuppenflechte oder Akne beeinflussen. Geklärt werden soll auch die Biologie des Erregers MRSA, der gegen viele Antibiotika resistent ist. Dieser Methicillin-resistente Staphylococcus aureus lebt auf der Haut und kann beim Eindringen in Wunden lebensbedrohliche Infektionen verursachen.