Malaria Riskante Reise

Malaria ist vor allem für ältere Afrika-Touristen gefährlich. Bei ihnen nimmt die Krankheit häufiger einen tödlichen Verlauf.

Von Katrin Blawat

Ältere Touristen sterben nach einer Afrikareise deutlich häufiger an Malaria als jüngere. Das Risiko steige beständig mit dem Alter, schreiben Mediziner um Christopher Whitty von der Universität Oxford im British Medical Journal (online). Die Forscher analysierten die Krankheitsverläufe von gut 25.000 britischen Patienten, die in den vergangenen 20 Jahren nach einem Besuch Westafrikas an Malaria erkrankt waren. Insgesamt starben 184 der Patienten, das entspricht einer Rate von etwa 0,7 Prozent.

Deutliche Unterschiede zeigten sich jedoch zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen: Von den rund 550 Patienten, die älter als 65 Jahre waren, starben knapp fünf Prozent. Damit lag ihr Risiko etwa zehn Mal so hoch wie das der 35-jährigen Patienten.

Auch der Anlass der Reise spielte eine Rolle. Wer in England lebte, aber in Afrika geboren war und dort Freunde oder Familie besuchte, erkrankte danach zwar häufiger an Malaria als europäisch-stämmige Touristen. Doch starben im Verhältnis weniger der Migranten an der Infektion. Möglicherweise hätten sie in früher Jugend einen Immunschutz erworben. "Ein gewisser Restschutz bleibt länger bestehen. Schwere Verläufe sind seltener, trotzdem sollte auch diese Gruppe Prophylaktika nehmen", sagt Nicole Berens-Riha vom Tropeninstitut der LMU München. "Die Aussagen der Studie sind plausibel, wir haben sehr ähnliche Erfahrungen gemacht."

Britische Touristen hingegen, die vor allem im Winter die afrikanische Sonne suchen, würden erste Krankheitsanzeichen wohl häufig als Symptome einer gewöhnlichen Erkältung interpretieren und erst spät einen Arzt aufsuchen, vermuten die Autoren. Zu dieser Deutung passt, dass die meisten Patienten im Dezember an Malaria starben - vielleicht auch deshalb, weil sie wegen der Weihnachtsferien den Arztbesuch noch weiter aufgeschoben hatten.

In den 1990er Jahren war die Zahl der Malariafälle in Großbritannien, wie auch in vielen anderen Industrieländern, stark angestiegen, stagnierte dann aber. Zwischen 2007 und 2011 erkrankten in Großbritannien insgesamt knapp 5800 Menschen an Malaria. Weltweit infizieren sich jährlich rund eine viertel Milliarde Menschen. Zwischen 650.000 und 1,2 Millionen von ihnen sterben an den Folgen - die Angaben schwanken je nach Quelle stark.