Lancet-Studie Millionen Kinder sterben an Mangelernährung

Ein dreimonate altes Kind aus dem Jemen: Millionen Kindern weltweit sind nicht ausreichend ernährt.

(Foto: dpa)

Mehr als drei Millionen Kinder sterben jedes Jahr vor ihrem fünften Geburtstag, weil ihnen nicht ausreichend Nahrung zur Verfügung steht. Mehr als 150 Millionen sind zu klein für ihr Alter. Und gleichzeitig nimmt weltweit das Übergewicht zu.

Mangelernährung ist einer neuen Studie zufolge der Grund für fast die Hälfte aller Todesfälle bei kleinen Kindern weltweit: Jährlich sterben etwa 3,1 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag, weil sie nicht ausreichend oder unausgewogen zu essen bekommen, heißt es in der Studie, die in der neuesten Ausgabe der renommierten britischen Medizinfachzeitschrift Lancet erscheint.

Zu den am stärksten verbreiteten Mangelerscheinungen gehören demnach sowohl bei Kindern als auch bei Müttern ein Mangel an Vitaminen oder Mineralien wie Zink und Eisen, wie die Wissenschaftler um Robert Black von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore berichten.

Die Forscher untersuchten zudem die körperliche Entwicklung der Kinder. Etwa 165 Millionen waren 2011 weltweit zu klein für ihr Alter, etwa 50 Millionen zu leicht für ihre Größe. Und 100 Millionen Kinder wogen nicht genug für ihr Alter. Vor allem Familien in Afrika und Asien waren betroffen.

Mangelernährung schränke nicht nur die körperliche Entwicklung von Kindern ein, betonen die Experten. Die Konsequenzen reichten von schlechten Leistungen in der Schule bis zu höherer Anfälligkeit für Infektionskrankheiten.

Nach einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft FAO summieren sich die langfristigen Kosten von Mangel- und Fehlernährung weltweit auf dreieinhalb Billionen Dollar jährlich - das sind etwa fünf Prozent der globalen Wirtschaftsleistung.

Nach den Zahlen der FAO hungern weltweit 868 Millionen Menschen. Gleichzeitig sind 1,4 Milliarden Menschen übergewichtig. Auch die Autoren der Lancet-Studie warnen nicht nur vor Mangelernährung, sondern auch vor der Gefahr des Übergewichts bei Kindern und Müttern.