Krank durch Mäusedreck Infektionen mit Hantaviren auf Rekordniveau

Hantaviren breiten sich derzeit in Deutschland aus - und zwar schneller als in den vergangenen Jahren. Anstecken kann man sich überall dort, wo Mäusedreck vorkommt. So kann das Aufräumen des Kellers zur Gefahr werden.

Von Katrin Blawat

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres haben sich in Deutschland mehr Menschen mit Hantaviren infiziert als in den vergangenen Jahren. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Dem RKI zufolge erkrankten 2012 bis Mitte dieser Woche 2070 Menschen an dem Erreger. Im gesamten vergangenen Jahr wurden hingegen nur 305 Fälle gemeldet.

Je mehr Rötelmäuse es gibt, desto mehr Menschen infizieren sich mit dem Hantavirus.

(Foto: dapd)

Infektionen mit Hantaviren sind seit 2001 meldepflichtig. Menschen stecken sich über den Kot und Urin von Rötelmäusen an, etwa beim Aufräumen von Keller oder Garage. Die Infektionszahlen hängen stark davon ab, wie viele Rötelmäuse auftreten. Milde Temperaturen, viele geschützte Verstecke im Winter und ein großes Nahrungsangebot, etwa an Bucheckern, lassen die Zahl der Nager stark steigen - und damit die Hantavirus-Übertragungen auf Menschen.

Statistisch schnellen die Infektionszahlen alle zwei bis drei Jahre deutlich nach oben. So gab es in Deutschland zuletzt im Jahr 2010 auffallend viele Fälle (2017) sowie drei Jahre zuvor (1688), jedoch liegen beide Werte unter denen dieses Jahres.

Hantaviren machen sich durch Rückenschmerzen, schnell steigendes Fieber und manchmal Blut im Urin bemerkbar. Um eine Infektion zu vermeiden, raten Experten zu Mundschutz und Handschuhen, wenn man Keller oder Garage säubert. Es existiert weder eine Impfung noch eine gezielte Therapie gegen die Viren. Allerdings sind die in Deutschland kursierenden Erreger vergleichsweise harmlos. In Korea hingegen, wo das Virus bekannt und nach dem dortigen Fluss Hanta benannt wurde, kann es schwere Blutungen auslösen und zum Tod führen.