Kliniken in Baden-Württemberg Zehntausende Patientendaten verschwunden

Im Klinikum Mittelbaden und dem Kreiskrankenhaus in Rastatt sind Zehntausende Patientendaten verschwunden. Noch ist unklar, ob die Daten - darunter Namen und medizinische Befunde aller Patienten seit 1996 - gestohlen wurden oder im Müll gelandet sind.

Im Kreiskrankenhaus Rastatt und im Medizinischen Versorgungszentrum des Klinikums Mittelbaden sind Zehntausende Datensätze mit Informationen zu früheren und gegenwärtigen Patienten verschwunden. Das berichtet die Welt. Betroffen sind Daten, die bis zurück ins Jahr 1996 zurückreichen.

"Wir müssen von einer sechsstelligen Zahl ausgehen", sagte der stellvertretende Landesbeauftragte für Datenschutz, Peter Diekmann, der Tageszeitung. Und es geht nicht nur um Namen, Adressen und Kontaktdaten. Auch Befunde und ärztliche Briefwechsel sind verschwunden.

Dem Bericht zufolge wurde der Vorfall im Kreiskrankenhaus Rastatt erst am 27. September bemerkt, obwohl die Unterlagen offenbar seit dem 19. September fehlen. Das Krankenhaus habe gemeinsam mit dem Datenschützer entschieden, Strafanzeige gegen unbekannt zu erstatten.

Allerdings ist noch nicht klar, ob es sich um einen Diebstahl handelt oder ob die Daten versehentlich verlorengegangen sind, berichtet der SWR. Wie der IT-Leiter des Rastatter Kreiskrankenhauses, Thorsten Rheinhardt, dem Sender erklärte, seien die Datenbänder bei einer routinemäßigen Datensicherung abhandengekommen. Bemerkt wurde der Verlust, als die Bänder archiviert werden sollten.

Die Labordaten der Patienten, so Rheinhardt im SWR, könnten ohne das System des Klinikums nicht ausgelesen werden. Andere Dokumente, etwa Arztbriefe, seien allerdings theoretisch auslesbar. Sollten tatsächlich Diebe über die Daten verfügen, könnten sie demnach erfahren, welche Patienten mit welchen Leiden in den beiden Krankenhäusern behandelt wurden.

In einer Anzeige in der Welt ruft das Klinikum Mittelbaden deshalb alle früheren und gegenwärtigen Patienten dazu auf, in nächster Zeit besonders aufmerksam auf verdächtige oder unerwartete Kenntnis Dritter von ihren Daten zu achten.