Kampf gegen Ebola Von der Leyen hofft auf Freiwillige

Wie hier in Freetown, Sierra Leone, sind die Helfer am Ende ihrer Kräfte. Unterstützung wird dringend gebraucht.

(Foto: AP)

Zur Eindämmung der Ebola-Epidemie werden in Westafrika dringend Ärzte und Pfleger benötigt. Verteidigungsministerin von der Leyen - von Beruf Ärztin - reagiert mit einem Hilfeaufruf an die eigenen Soldaten.

  • Verteidigungsministerin appelliert an Soldaten
  • Sierra Leones Regierung wertet Ausgangssperre als Erfolg

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen sucht in der Bundeswehr nach Freiwilligen für einen Einsatz gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika. Die CDU-Politikerin wollte noch am Montag einen Aufruf an das medizinische Fachpersonal richten. "Hier braucht es alle Hände, die helfen können, die fachlich helfen können", sagte die Ministerin. Die Helfer sollen eine spezielle Ausbildung für den Kriseneinsatz bekommen. Es soll auch sichergestellt werden, dass für den Fall einer Infektion ein schneller Heimflug gewährleistet ist.

Für einen Seucheneinsatz im Ausland gebe es keine festen Einheiten in der Bundeswehr, erläuterte von der Leyens Sprecher Jens Flosdorff: "Das gehört nicht zum Aufgabenspektrum der Bundeswehr." Deswegen setze die Ministerin auf Freiwilligkeit und weise keine Härten an. Auf die Frage, ob sie selbst zu einem solchen Kriseneinsatz bereit wäre, antwortete von der Leyen, die von Beruf Ärztin ist: "Das ist eine Frage, die ich unterm Strich, wenn ich wüsste, dass ich geschützt bin, mit Ja beantworten könnte."

Bereits Ende vergangener Woche hatte die Bundeswehr verkündet, sich gemeinsam mit der französischen Luftwaffe an einer Luftbrücke in die betroffenen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone zu beteiligen. Transall-Transportmaschinen sollen täglich bis zu 100 Tonnen Hilfsgüter in das Krisengebiet bringen. Dazu soll ein Drehkreuz im senegalesischen Dakar aufgebaut werden. Außerdem soll zusammen mit dem Deutschen Roten Kreuz ein Feldlazarett mit mehr als 200 Betten und zwei Basisgesundheitsstationen aufgebaut werden.

In Sierra Leone wurden Dutzende Kranke entdeckt

In Sierra Leone ging unterdessen die dreitägige Ausgangssperre zu Ende. Es seien mindestens 150 neue Fälle entdeckt worden, sagte der Chef des staatlichen Notfalleinsatzzentrums Steven Gaojia. Zuvor hatten die Behörden des westafrikanischen Landes bereits von rund 70 Ebola-Toten gesprochen, die während der landesweiten Ausgangssperre entdeckt worden seien.

Gesundheitsminister Abubakarr Fofanah wertete die Aktion, während der rund 30.000 Helfer von Tür zu Tür gingen, als Erfolg. So sei es gelungen, die Zahl illegaler "Nacht-Beerdigungen" zu reduzieren. Zugleich schloss er eine Wiederholung der Kampagne samt Ausgangssperre nicht aus.