Infektionskrankheiten WHO verfehlt Ziel im Kampf gegen die Masern

Die Zahl der tödlichen Maserninfektionen geht weltweit zurück. Allerdings längst nicht so stark, wie die WHO es sich zum Ziel gesetzt hat. Mangelnder Impfschutz ist dafür verantwortlich, dass weiterhin Menschen an der Infektionskrankheit sterben. Auch in Deutschland steht noch lange nicht alles zum Besten.

Die Vereinten Nationen haben offenbar ihr Ziel verfehlt, die weltweite Zahl der Maserntoten drastisch zu senken. Ursprünglich sollte die Rate bis 2010 um 90 Prozent sinken - verglichen mit dem Jahr 2000. Dass dies nicht gelungen ist, liege vor allem am mangelnden Impfschutz in Indien und in Afrika, berichtet das Wissenschaftsmagazin The Lancet unter Berufung auf eine Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Demnach sank die Zahl der Maserntoten von etwa 535.000 Fällen im Jahr 2000 auf etwa 139.000 Fälle im Jahr 2010. Dies entspricht einem Rückgang von rund 74 Prozent.

Allein in Indien seien 47 Prozent der weltweiten Masern-Todesfälle des Jahres 2010 zu beklagen gewesen; in Afrika 36 Prozent. Nordamerika und Europa verzeichneten jeweils weniger als ein Prozent der Todesfälle. Allerdings nehmen die Erkrankungszahlen in Europa zu: Allein in Deutschland wurden 2011 mehr als 1600 Infektionen registriert, das sind doppelt so viele wie im Jahr 2010. Ursache ist vor allem die Impfskepsis vieler Eltern, die die Krankheit unterschätzen.

Die Masern sind hochansteckend; die Viren können etwa beim Husten und Sprechen übertragen werden. Die Masern zählen zu den Kinderkrankheiten. Aber auch Jugendliche und Erwachsene können sich anstecken; die Verläufe sind dann oft schwerer. Typische Symptome sind - neben Hautausschlag - unter anderem Husten und Fieber. Es können aber schwere Komplikationen wie Lungen - oder Gehirnentzündung auftreten.

In Deutschland wird empfohlen, Kinder im Alter von elf bis 14 Monaten erstmals und vor Ende des zweiten Lebensjahres ein zweites Mal impfen zu lassen. Die Masernimpfung erfolgt meist in Kombination mit der Impfung gegen Mumps und Röteln.

Im Jahr 2008 hatten sich alle der mehr als 190 WHO-Mitgliedstaaten zu der Aufgabe bekannt, die Masern-Sterblichkeit bis 2010 um 90 Prozent zu senken. Das ehrgeizige Ziel schien aufgrund früherer Erfolge erreichbar. Die WHO hatte es geschafft, die Masern-Sterblichkeit bis 2005 um 50 Prozent im Vergleich zu 1999 zu senken.