Hintergrund: Medizinisches Marihuana Wer Cannabis auf Rezept bekommt

Menschen mit schweren, meist chronischen Erkrankungen können in Deutschland unter Umständen Cannabis als Medizin erhalten. Doch die Hürden sind hoch. Ein Überblick.

Einzig zugelassener Cannabis-Arnzeistoff ist Nabiximols (Handelsname: Sativex), eine Kombination aus den beiden Cannabis-Inhaltsstoffen THC und Cannabidiol, die ähnlich wie Asthma-Medikamente in den Mund gesprüht werden. Die Kassen übernehmen die Kosten für Patienten mit Multipler Sklerose, die an unkontrollierten Spastiken leiden. Ärzte können die Arznei auch anderen Kranken verordnen, sie müssen sie allerdings in aller Regel selber zahlen. In Einzelfällen zahlen die Kassen Cannabis auch auf Kulanzbasis.

Ärzte können auch die im Ausland zugelassenen Präparate Dronabinol und Nabilon verschreiben. Sie enthalten ausschließlich THC. In der Regel müssen die Patienten mehrere hundert Euro pro Monat für die Behandlung selbst aufbringen.

Eine Art Hintertür ist der Antrag bei der Bundesopiumstelle. Damit können Patienten eine Ausnahmegenehmigung erhalten, um Cannabis-Blüten oder -Extrakt zu erhalten, aus denen sie beispielsweise Tees zubereiten können. In den Pflanzenteilen sind wesentlich mehr Bestandteile enthalten. Auch hierfür müssen Patienten meist die Kosten von monatlich 100 Euro oder auch mehr selbst tragen.

Cannabis auf eigene Faust anzubauen oder zu kaufen ist dagegen auch für Kranke illegal. Auch unter medizinischen Gesichtspunkten ist die Selbstmedikation nicht zu empfehlen. Patienten haben keine Sicherheit über die Konzentration der Inhaltsstoffe und niemanden, der die Therapie überwacht.

Mehr zu den Risiken des Cannabiskonsums erfahren Sie in unserem Ratgeber.