Nicht nur Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht erhöhen das Herzinfarktrisiko. Auch bestimmte Gene tragen zur Entstehung des Leidens bei.
In nicht weniger als fünf Studien haben internationale Forscherteams einige neue Gene identifiziert, die das Herzinfarktrisiko eines Menschen beeinflussen.
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Vor der Herz-OP. Noch weiß man nicht, über welche Mechanismen die gefundenen Gene das Infarktrisiko beeinflussen. (© Foto: AP)
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Insgesamt sind genetische Informationen von mehreren 10.000 Menschen aus zehn Ländern in die Untersuchungen eingeflossen. Zusammengenommen sind sie der bislang gewaltigste Versuch, die Erbanlagen eines Menschen mit seinem Infarktrisiko zu verknüpfen.
Die Herausforderung der Zukunft liege nun darin, die vererblichen Faktoren im Wechselspiel mit dem individuellen Lebensstil zu beobachten, erklärt Annette Peters vom Helmholtz Zentrum München, die an den Untersuchungen beteiligt war.
Neben den Genen tragen die seit langem bekannten Risikofaktoren Alter, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes, Rauchen und Übergewicht erheblich zur Entstehung des Leidens bei.
Zwischen zehn und 15 genetische Varianten, die das Infarktrisiko beeinflussen, seien nun bekannt, sagt Jeanette Erdmann von der Universität Lübeck, "je nachdem, wie eng man die statistischen Kriterien anlegt". Die Genetikerin hat an drei der Studien mitgewirkt und rechnet damit, dass man in den kommenden Jahren weitere Kandidatengene in den gigantischen Datensätzen finden wird.
Es freut sie besonders, dass die fünf Studien trotz zum Teil sehr unterschiedlicher Methodik zu Ergebnissen gekommen sind, die "ein einheitliches Bild ergeben"; die Studien wurden in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts Nature Genetics veröffentlicht. So zeigte sich, dass bei Menschen, die mehrere der kritischen Genvarianten in ihrem Erbgut haben, auch das Infarktrisiko entsprechend steigt.
Der Beitrag eines einzelnen Gens zum Gesamtrisiko lasse sich jedoch nicht exakt beziffern, sagt Erdmann. Noch wisse man auch gar nicht, über welche Mechanismen die gefundenen Gene die Krankheit beeinflussen. Eines der neu entdeckten Gene ist wahrscheinlich an der Biologie der Blutgefäße beteiligt, ein weiteres steht vermutlich in enger Beziehung zum Cholesterinstoffwechsel - genauer lassen sich die Zusammenhänge noch nicht darstellen.
Einen Test auf Risikogene für Herzinfarkt hält Erdmann derzeit nicht für sinnvoll. Man müsse erst klären, wie groß überhaupt die Vorhersagekraft jeder einzelnen Variante ist und wie groß die Einflüsse von Lebensstil und Umwelt auf die Entstehung der Krankheit sind.
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(SZ vom 12.02.2009/mcs)
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