Grippe Impfstoff-Engpässe verärgern Patienten

In Teilen Deutschlands müssen Ärzte Impfwillige wieder nach Hause schicken. Vor allem in Bayern fehlt es am Grippe-Impfstoff. Was bedeutet dies für die Patienten?

Von Berit Uhlmann

Werner Bartens erklärt Das Wichtigste über Erkältungen und Grippe

Grippe und Erkältung sind dasselbe. Kälte löst Erkältungen aus und Antibiotika sind bei triefender Nase nützlich: Es gibt viel Irrglauben rund um Husten und Schnupfen.

(Video: sde, Foto: dapd)

Die jährliche Aufforderung war auch in diesem September von offizieller Seite gekommen: Ältere Menschen, Schwangere und chronisch Kranke sollen sich gegen die Grippe impfen lassen. Manche Patienten, die dieser Empfehlung folgen wollten, gingen bislang allerdings leer aus. In Teilen Deutschlands fehlt der Impfstoff.

So teilte der bayerische Apothekerverband in dieser Woche mit, mehr als 1000 Apotheken hätten den Impfstoff nicht oder nicht in ausreichender Menge erhalten. Auch bayerische Ärzte monieren Engpässe. "Bei den Hausärzten ist noch nichts angekommen", sagte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes Bayern, Dieter Geis.

Aus Hamburg und Schleswig-Holstein wurden ebenfalls Lieferengpässe gemeldet. Grund ist in den drei Bundesländern, dass die gesetzlichen Krankenkassen dort einen Rabattvertrag mit nur einem Impfstoff-Hersteller abgeschlossen haben. Das soll Kosten sparen, aber der Hersteller Novartis kommt offenbar mit der Produktion nicht hinterher. Im Norden haben die Kassen bereits reagiert und erlauben den Ärzten, auch auf die Impfstoffe anderer Hersteller zurückzugreifen. In Bayern müssen Impfwillige vorerst warten.

Dennoch ist Panik nicht angebracht. Anders als die jährliche Erkältungswelle startet die Grippe-Saison erfahrungsgemäß frühestens im Dezember. Die Grippeimpfung braucht etwa zwei Wochen, um einen Schutz aufzubauen. Das bedeutet, für die Imfpung ist auch im November noch Zeit.

Ohnehin ist nicht ganz klar, wie sinnvoll die Impfung ist. Zum einen bietet die Immunisierung keinen hundertprozentigen Schutz. Vor allem bei Älteren spricht das Immunsystem weniger gut auf die Spritze an. Zum anderen weiß man mittlerweile, dass sich vor allem die Menschen impfen lassen, die einen besonders gesunden Lebensstil pflegen, und beispielsweise mehr auf Hygiene achten. Dass sie seltener die Grippe bekommen, könnte also weniger an der Imfpung als an ihrem Verhalten liegen.

Ob geimpft oder nicht: Wichtig ist es laut Robert-Koch-Institut, nach Möglichkeiten den Kontakt zu Grippe-Kranken zu meiden. Durch regelmäßiges, gründliches Händewaschen lässt sich die Gefahr der Ansteckung ebenfalls reduzieren.

Gegen eine Erkältung hilft die Grippe-Impfung nicht. Auch hier ist Händewaschen die beste Strategie, eine Ansteckung zu vermeiden. Mehr zur Vorbeugung einer Erkältung erfahren Sie in diesem Überblick.