Grippe Heftige Grippewelle erfasst Deutschland

Husten, Schnupfen, Fieber: starke Grippewelle in Deutschland.

(Foto: dpa)
  • Allein in der vergangenen Meldewoche sind etwa 14 000 bestätigte Fälle von Influenza und 32 größere Ausbrüche übermittelt worden.
  • Damit ist die Gesamtzahl der im Labor bestätigten Erkrankungsfälle seit Oktober auf mehr als 40 000 gestiegen.
  • Bislang hat die Erkrankung zu 126 Todesfällen geführt, fast ausschließlich bei Patienten über 60 Jahren.
  • Auch Schulkinder sind stark betroffen.

In Schulen und Altenheimen sind viele Menschen krank, die Arztpraxen sind voll. Eine starke Grippewelle sucht Deutschland heim. Allein in der vergangenen Meldewoche seien etwa 14 000 bestätigte Fälle von Influenza und 32 größere Ausbrüche übermittelt worden, sagte die Grippe-Expertin des Robert Koch-Instituts, Silke Buda.

Beides sind bisherige Saison-Höchstwerte. "Wir sehen insgesamt viele Atemwegserkrankungen, die inzwischen am häufigsten durch Influenza verursacht werden", so Buda.

Bislang hat die Erkrankung zu 126 Todesfällen geführt

Damit ist die Gesamtzahl der im Labor bestätigten Erkrankungen seit Oktober 2016 auf 43 288 gestiegen. Es werden zwar längst nicht alle Erkrankten getestet, ein Nachweis von Influenza wird aber gemeldet. Bislang hat die Erkrankung zu 126 Todesfällen geführt, fast ausschließlich bei Patienten über 60 Jahren. Häufiger als diese Altersgruppe erkranken derzeit nur Schulkinder an Grippe, so Buda. Wie schon in der Saison 2014/15 kursiert aktuell vorrangig der Virustyp A (H3N2). Er macht besonders Älteren zu schaffen, die bei einer Infektion das höchste Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben.

Akute Atemwegserkrankungen in Deutschland in der 5. Woche 2017. Rote Bereiche = stark erhöht, blaue Bereiche = normal.

(Foto: Robert Koch-Institut)

Ausbrüche treffen vor allem Einrichtungen, wo sich viele Menschen leicht gegenseitig anstecken können - neben Schulen auch Kindertagesstätten, Alten- und Pflegeheime, Seniorentagesstätten, Krankenhäuser und Reha-Kliniken. "Vorab ist es wichtig und gut, wenn Bewohner und das Personal gegen Influenza geimpft sind", betont Buda. Im Falle eines Ausbruchs sei es dann wichtig, zum Beispiel größere Veranstaltungen auf engem Raum abzusagen und neben den Gesundheitsämtern auch Besucher zu informieren.

Ob der Karneval Ende Februar noch Einfluss auf den weiteren Verlauf der Grippewelle in vielen Bundesländern haben wird, ist unklar. Buda empfiehlt, sich des Ansteckungsrisikos in Menschenansammlungen bewusst zu sein und zum Beispiel mit gründlichem Händewaschen vorzusorgen. Erkrankte können bereits am Tag vor dem Auftreten der Symptome ansteckend sein und bleiben es dann ungefähr eine Woche lang.

Bisher hat das RKI nicht beobachtet, dass die Grippe verstärkt in Karnevalshochburgen auftritt. "Was wir aber sehen, ist der Einfluss von Schulferien", betont Buda. So habe sich die Erkrankungswelle etwa über den Jahreswechsel etwas verlangsamt.