Gesundheit Schlafmangel kostet 57 Milliarden Euro

Müde bei der Arbeit: Was tun?

(Foto: imago stock&people)
  • Der Schlafmangel ihrer Mitarbeiter wirkt sich negativ auf Unternehmen in Deutschland aus.
  • Als gesund gelten in der Medizin je nach Lebensalter etwa sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht.
  • Die Macher der Studie haben einige Tipps zusammengetragen, die helfen sollen, länger zu schlafen.
Von Marlene Weyerer

Müde Arbeitnehmer kosten die deutsche Wirtschaft jedes Jahr knapp 57 Milliarden Euro. Eine aktuelle Studie der Forschungs-Organisation RAND Europe zeigt: Wer ständig zu wenig schläft, leistet sich mehr Fehltage und arbeitet weniger produktiv als ausgeschlafene Kollegen. Der Studie zufolge verlieren Unternehmen in Deutschland jedes Jahr 200 000 Arbeitstage wegen des Schlafmangels ihrer Mitarbeiter.

Für Menschen, die regelmäßig weniger als sechs Stunden schlafen, erhöht sich sogar das Sterblichkeitsrisiko um 13 Prozent. Als gesund gelten in der Medizin je nach Lebensalter etwa sieben bis neun Stunden Schlaf pro Nacht. Am längsten schlafen im internationalen Vergleich übrigens die Kanadier. Doch selbst dort gehen jährlich 80 000 Arbeitstage durch Schlafmangel verloren. Besonders unausgeruht sind Kanadas Nachbarn: In den USA verlieren Unternehmen jährlich etwa 411 Milliarden Dollar durch Schlafmangel.

Dabei zeigen schon wenige Minuten mehr Schlaf pro Nacht enorme Wirkung. "Wenn in den USA alle, die unter sechs Stunden schlafen, täglich nur eine Stunde länger geschenkt bekämen, so würde dies die Produktivität im Gegenwert von etwa 226 Milliarden Dollar steigern", sagt der Wirtschaftswissenschaftler Marco Hafner, der die Studie geleitet hat. Auf die Idee für die Untersuchung ist er als frisch gebackener Vater gekommen. Er hat am eigenen Leib erfahren, wie fehlender Schlaf seine Arbeitsproduktivität veränderte.

Hafner und seine Kollegen haben in der Studie einige Tipps zusammengetragen, die helfen sollen, länger zu schlafen. Sport zum Beispiel hilft, um abends früher müde zu werden. Zudem: Elektronische Geräte wie Smartphone oder Tablet gehören nicht ins Schlafzimmer. Ratsam ist auch, immer zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen, um den Körper an einen regelmäßigen Schlaf zu gewöhnen. Arbeitgeber können zu einer höheren Produktivität ihrer Mitarbeiter beitragen, indem sie für weniger Stress im Arbeitsalltag und hellere Büros sorgen - und letztlich ihren Mitarbeitern Arbeitszeiten ermöglichen, für die man keinen Wecker braucht.

Die Wissenschaftler hoffen, mit ihren Daten ein Signal an Arbeitgeber und Staat zu senden: Alle würden profitieren, wenn Menschen ausgeruht sind.

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