Gesundheit Schon wenig Sport wehrt Depressionen ab

Schon eine Stunde Sport kann das Risiko für Depressionen langfristig senken.

(Foto: REUTERS)

Regelmäßig Sport zu treiben schützt vor Depressionen - das schließen Forscher aus einer großen Studie zum Thema. Dabei muss es nicht die härteste Anstrengung sein.

Bereits eine Stunde regelmäßige körperliche Aktivität pro Woche könnte genügen, um das Risiko für eine depressive Störung zu senken. Das schließt ein internationales Forscherteam aus den Ergebnissen der bisher größten vorausschauenden Studie zu diesem Thema. Demnach haben auch wenig anstrengende Tätigkeiten wie Gehen, Schwimmen oder Radfahren eine Schutzwirkung (American Journal of Psychiatry).

"Wir wussten, dass körperliches Training bei der Behandlung bestehender Depressionen helfen kann", sagt Samuel Harvey von der University of New South Wales in Sydney. "Aber jetzt konnten wir erstmals zeigen, dass dadurch auch vorbeugend eine Schutzwirkung erzielt werden könnte." Frühere Studien hatten bereits einen Zusammenhang zwischen geringer körperlicher Aktivität und erhöhter Anfälligkeit für Depressionen bestätigt.

Ein bis zwei Stunden Sport pro Woche sind vollkommen ausreichend

Es wäre jedoch auch möglich, dass die psychische Störung nicht Wirkung, sondern Ursache einer eingeschränkten sportlichen Betätigung ist. Um das auszuschließen, gingen Harvey und seine Kollegen von einer Gruppe gesunder Menschen aus. Die knapp 34 000 Männer und Frauen waren im Schnitt 45 Jahre alt. Sie wurden zu Beginn der Studie nach Häufigkeit und Intensität körperlicher Aktivitäten in ihrer Freizeit befragt.

Nach elf Jahren überprüften die Forscher diese Angaben bei 22 563 der Probanden. Bei 1578 Personen stellten sie Anzeichen einer depressiven Störung fest. Diejenigen, die sich gar nicht regelmäßig sportlich betätigten, hatten ein um 44 Prozent erhöhtes Depressionsrisiko im Vergleich zu denen, die mindestens ein bis zwei Stunden pro Woche körperlich aktiv waren. Eine auf wöchentlich vier oder mehr Stunden verlängerte Trainingszeit oder besonders schweißtreibende Aktivitäten verstärkten diesen Zusammenhang nicht.

Bei der statistischen Auswertung wurden Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung, soziale Stellung, Körpergewicht sowie Alkohol- und Tabakkonsum berücksichtigt. Den Ergebnissen zufolge hätten zwölf Prozent der diagnostizierten Fälle von Depression durch ein leichtes körperliches Training von einer Stunde pro Woche verhindert werden können.