Geheime Diät-Fallen Der Kopf isst mit

Sie wollen ein paar Pfunde loswerden? Wie Ihr Schlaf, Ihr Geschirr und die Größe Ihrer Tischgesellschaft den Erfolg der Diät beeinflussen.

Von Berit Uhlmann

Weniger Essen und mehr Bewegung - darum kommt nicht umhin, wer abnehmen will. Doch es gibt eine ganze Reihe weniger bekannter Faktoren, die beeinflussen, wie erfolgreich die Bemühungen um eine schlankere Taille sind. Hier eine Auswahl:

Nur wer das Essen einschränkt, hat Chancen, Gewicht zu verlieren.

(Foto: iStockphoto)

Später Schlaf schafft Fettpolster

Ein unausgeschlafener Körper wappnet sich für harte Zeiten: Er schaltet in den Energiesparmodus und sendet Hungersignale aus. Mehrere Studien haben gezeigt, dass müde Menschen mehr essen, eher zunehmen und auch bei Diäten nicht sehr erfolgreich sind. Allerdings bedeuten diese Erkenntnisse nicht, dass man seine Pfunde einfach wegschlafen kann, wie es einige Ratgeber suggerieren. Im Gegenteil: Wer mehr als neun Stunden täglich im Bett verbringt, läuft Gefahr, sich nicht ausreichend zu bewegen und deshalb zuzunehmen.

Doch nicht nur die Dauer, sondern auch die Zeiten des Schlafs beeinflussen das Gewicht. Menschen mit einem späten Tagesrhythmus bewegen sich weniger und essen mehr - auch wenn sie insgesamt nicht mehr Stunden im Bett verbringen als Frühaufsteher. Eine australische Studie ergab, dass jugendliche Nachteulen 27 Minuten täglich länger auf ihrem Hintern saßen als eine Vergleichsgruppe. In einer Untersuchung der Nortwestern University in Chicago aßen Menschen mit spätem Tagesrhythmus fast 250 Kilokalorien pro Tag mehr als Frühaufsteher - vor allem am Abend. Dabei war ihr Fast-Food-Konsum etwa doppelt so hoch.

Woran das lag, ist nicht ganz sicher: Vielleicht hatten die Menschen spätabends schlicht weniger Möglichkeiten an frische Kost zu gelangen und sich zu bewegen. Möglicherweise ist aber auch ein gestörter Biorhytmus verantwortlich. Wer lange wachbleibt und dann einen guten Teil des Tages verschläft, kann die innere Uhr so stören, dass sie die Steuerung von Appetit, Sättigung und Stoffwechsel verändert, vermuten die Forscher. Versuche an Ratten haben gezeigt, dass Tiere mit gestörtem Tag-Nacht-Rhythmus zunahmen, obwohl sie insgesamt nicht mehr Futter bekamen als Artgenossen, die nachts ruhig schliefen.

Die absonderlichsten Abnehmversuche

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Dicke Freunde machen dick

Forscher wissen schon länger, dass Verhaltensweisen und Gefühle regelrecht ansteckend sein können. Dicke Freunde machen dick, dünne machen dünn, zeigten unter anderem Harvard-Forscher. Wenn jemand zunimmt, ändere sich offenbar unter den engsten Bezugspersonen die Einschätzung, was als angemessener Körperumfang gilt, erläuterten die Wissenschaftler. Diese Wahrnehmung breite sich dann in der Gruppe aus. Der Mechanismus wirke ebenso beim Abnehmen.

Dass Bezugspersonen Standards setzten, zeigten vor kurzem auch Wissenschaftler der Stanford University. Sie wiesen nach, dass Angehörige von Menschen, die sich den Magen chirurgisch verkleinern ließen, deutlich an Gewicht verloren, obwohl sie sich selbst nicht der Operation unterzogen.

Das soziale Ansehen wirkt sich auf die Körperform aus

Wer sich auf der sozialen Leiter sehr weit unten fühlt, wird eher übergewichtig. Harvard-Forscher hatten über 4000 junge Mädchen um eine Einschätzung gebeten, wie angesehen sie in ihrer Schule sind. Die Jugendlichen, die sich selbst ein geringes Ansehen bescheinigten, nahmen mit viel höherer Wahrscheinlichkeit in den folgenden zwei Jahren zu.

Mädchen mit hohem Selbstbewusstsein, die sich weit oben auf der Beliebtheitsskala sahen, blieben viel eher schlank. Emotionale Faktoren wie geringes Selbstbewusstsein oder depressive Stimmungen seien ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Entstehung von Übergewicht, warnen Forscher.