Fasten Die Mär von den Schlacken

Aber tut das Entgiften dem Körper nicht auch gut? "Entgiften" ist wie "Entschlacken" eine schöne Vorstellung, die Ernährungsforscher aber eher belustigt: "Das klingt, als gäbe es im Körper lauter Giftmülldeponien und Schmutzwasserpfützen", sagt Helmut Oberritter, wissenschaftlicher Leiter bei der DGE. Tatsächlich scheide der Körper die unnützen Stoffe aus der Nahrung regelmäßig aus, giftige Stoffwechselprodukte würden nicht angehäuft.

Allein wenn mit dem Fasten lediglich "weniger essen" gemeint ist, kommt ihm medizinisch eine Bedeutung zu - nämlich als Maßnahme gegen Übergewicht. Dann verordnen Ärzte aber keine Nulldiät, sondern eine "hypokalorische Diät" - also eine Ernährung mit möglichst wenig Kalorien, aber allen wichtigen Nährstoffen.

Empfohlen werden etwa 800 Kilokalorien pro Tag. Der so Fastende verliere nicht nur Gewicht, sagt Andreas Pfeiffer, er verbessere auch seinen Blutzucker- und Cholesterinspiegel. Um das gesunkene Gewicht zu halten, muss er allerdings langfristig etwas weniger essen als zuvor. Dabei geht es nur um 50 Kilokalorien pro Tag, also ein bis zwei Kekse. "Trotzdem muss man dafür ein klares Konzept verfolgen und kämpfen", sagt Pfeiffer.