Erkältung im Anmarsch Wie sich Husten und Schnupfen verhindern lassen

Die nächste Erkältungswelle kommt bestimmt. Wie kann man sich jetzt schon davor schützen? Von Vitamin C über die Sauna bis zur Kneipp-Kur - ein Überblick über die Wirksamkeit vorbeugender Maßnahmen.

Von Hanna Metzen

Die Erkältungssaison beginnt zuverlässig jeden Herbst. Aber was hilft wirklich, um Schnupfen und Husten zu vermeiden?

"An apple a day keeps the doctor away" - oder ist doch das tägliche Kneippen besser, auf das schon der Großvater schwor? Allgemeine Weisheiten darüber, wie man sich vor der üblichen Erkältungswelle schützen kann, gibt es jede Menge. Welche davon tatsächlich wissenschaftlich belegt sind, erfahren Sie hier.

Vitamine

Ob in Zitronen oder in Tablettenform: Vitamin C gilt als Hausmittel schlechthin, wenn es um Husten und Schnupfen geht. Auch die Wissenschaft hat in zahlreichen Studien untersucht, ob Vitamin C Erkältungen vorbeugen kann. Mit dem Resultat: Manchmal ja, meistens nein.

Das Cochrane-Netzwerk hat für eine Übersichtsarbeit 30 Studien mit insgesamt 11.350 Probanden ausgewertet. Die Cochrane-Reviews gelten als besonders aussagekräftig, weil sie nur methodisch hochwertige Studien einbeziehen. Das Resultat spricht gegen das vielbeschworene Vitamin C: Egal ob man Vitamin-C-Präparate prophylaktisch einnimmt oder nicht, das Risiko einer Erkältung bleibt gleich hoch. Nur unter extremen Belastungen, zum Beispiel bei einem Marathonlauf oder in enormer Kälte, konnte Vitamin C das Erkrankungsrisiko um die Hälfte senken.

Wer jedoch täglich Vitamin C einnimmt, ist möglicherweise weniger lange krank. Bei Erwachsenen verringerte sich die Dauer der Erkältung um acht Prozent, bei Kindern um 13,6 Prozent. Viel macht das allerdings nicht aus - bei einer durchschnittlichen Erkrankungsdauer von einer Woche ist ein Erwachsener einen halben Tag weniger verschnupft. Der Schweregrad der Erkältung veränderte sich nicht.

Das Resultat der Autoren ist deshalb eindeutig: "Vitamin C senkt die Häufigkeit von Erkältungen in der normalen Bevölkerung nicht. Eine präventive Einnahme ist nicht rational begründbar."

Auch Vitamin D hält nicht, was viele Menschen sich von ihm erwarten. In einer aktuellen Untersuchung im Journal of the American Medical Association zeigen Ärzte aus Neuseeland, dass die regelmäßige Zufuhr von Vitamin D keine Auswirkung auf die Häufigkeit und Schwere von Atemwegsinfektionen und grippalen Infekten hat.