Epidemie in Westafrika Was Ebola so gefährlich macht

Schutzanzüge sind für die Helfer lebensnotwendig. Zugleich verunsichern sie manche Patienten.

(Foto: REUTERS)

Westafrika bekommt die Ebola-Epidemie nicht in den Griff. Sierra Leone hat seinen wichtigsten Arzt und medizinisches Personal verloren. Es bleibt die Angst, dass selbst Experten der Seuche schutzlos ausgeliefert sind. Welche Mittel schützen und wie groß die Gefahr für Deutschland ist.

Von Berit Uhlmann

Seit ungewöhnlich langer Zeit wütet in Westafrika eine Ebola-Epidemie. Vier Staaten - Guinea, Liberia, Sierra Leone und Nigeria - haben Tote zu beklagen. In der Demokratischen Republik Kongo gab es vermutlich unabhängig von Westafrika weitere Fälle. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu der Seuche.

Wie groß ist die Gefahr für Deutschland?

Die Gefahr einer Ebola-Epidemie in Deutschland ist nach Einschätzung des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) und des Robert-Koch-Instituts (RKI) sehr gering. Es ist zwar möglich, dass das Virus mit einem Infizierten eingeschleppt wird. Doch die Krankheit könnte durch Quarantäne-Maßnahmen rasch eingedämmt werden.

Wie groß ist die Gefahr für Reisende?

Auch in Westafrika ist die Ansteckungsgefahr für Reisende gering. Ohnehin sind die betroffenen Regionen keine typischen Touristengebiete. Am ehesten infizieren sich Familienmitglieder oder medizinisches Personal, also Menschen, die sehr engen Kontakt zu Erkrankten haben.

Wie wird das Virus übertragen?

Erst wenn Menschen erkranken, können sie andere anstecken. Die Erreger werden durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Urin oder Durchfall übertragen. Dies passiert vor allem, wenn Pflegekräfte oder Familienangehörige die Erkrankten versorgen, die Verstorbenen waschen oder ihnen bei Begräbnissen sehr nahe kommen. Männer können das Virus noch Wochen nach einer Genesung sexuell übertragen. Die Zeitangaben dafür schwanken zwischen sieben Wochen bis zu drei Monaten.

Das Ebola-Virus kann auch durch Kontakt zu infizierten Tieren übertragen werden. Dazu gehören Affen, Antilopen und Flughunde. Von Bushmeat, wie es in afrikanischen Regionen häufiger gegessen wird, geht daher eine Gefahr aus. Mücken übertragen den Erreger dagegen nicht.

Warum infizieren sich Ärzte und Pfleger, die die Gefahr doch kennen müssten?

Die amerikanische Seuchenschutzbehörde CDC vermutet in erster Linie zwei Ursachen. Zum einen kann sich medizinisches Personal infizieren, wenn die Erkrankungswelle eine neue Region erreicht. Die Symptome der Kranken sind vor allem im Anfangsstadium nicht sehr spezifisch. Ärzte und Pfleger gehen deshalb unter Umständen nicht von Ebola aus und schützen sich zunächst nicht ausreichend mit Ganzkörperanzügen und Masken. Eine weitere häufige Infektionsquelle sind Nadelstiche. Auch erfahrenen Kräften kann es passieren, dass sie sich an infektiösen Nadeln verletzen, besonders wenn sie unter schweren Bedingungen arbeiten und übermüdet sind.

Wie wird Ebola diagnostiziert?

Für die Diagnose von Ebola wird das Blut des Patienten analysiert. Ein Schnelltest kann innerhalb von rund 15 Minuten zeigen, ob ein Antigen des Ebola-Virus im Blut vorhanden ist. "Dieses Verfahren gilt aber nicht als hundertprozentig sicher", erläutert Jonas Schmidt-Chanasit, Leiter der Virusdiagnostik am BNI. Zuverlässig ist dagegen der aufwändigere PCR-Test. Er dauert rund 1,5 Stunden und kostet 140 Euro. Bei diesem Verfahren wird mit Hilfe einer Kettenreaktion die Erbsubstanz im Reagenzglas vervielfältigt. Somit kann eventuell vorhandenes Erbgut des Virus erkannt werden. In Deutschland werden Blutproben bei Ebola-Verdacht nur in den beiden deutschen Hochsicherheitslaboren in Hamburg und Marburg, sowie in Ausnahmefällen beim RKI in Berlin untersucht.