Ebola Hilfsorganisation nennt Ausbruch beispiellos

Ein weiteres Ebola-Opfer in Guinea: Die Zahl der Toten ist auf mindestens 83 gestiegen.

(Foto: AFP)

Ebola breitet sich in Westafrika weiter aus. Mittlerweile gibt es erste Opfer in Liberia und Verdachtsfälle in Sierra Leone. Der Senegal hat seine Grenzen aus Angst vor der Krankheit geschlossen.

Von Katrin Blawat

Im westafrikanischen Guinea sind weitere Menschen an Ebola gestorben. Die Zahl der Toten ist auf 83 gestiegen; hinzu kommen zahlreiche Verdachtsfälle. Betroffen sind inzwischen nicht mehr nur abgelegene Regionen des Landes, sondern auch die Hauptstadt Conakry. Im Nachbarland Liberia wurden ebenfalls vier Ebola-Todesfälle gemeldet, hinzu kommen auch dort weitere vermutete Infektionen. Sowohl die Kranken in Conakry als auch in Liberia haben sich jedoch laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ländlichen Gebieten in Guinea infiziert.

Der Senegal hat seine Grenzen zu dem Land vor einigen Tagen aus Angst vor dem Virus geschlossen. Ein weiteres Nachbarland, Sierra Leone, meldet ebenfalls Verdachtsfälle.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen bezeichnet den derzeitigen Ebola-Ausbruch als beispiellos, da die Verbreitung des Virus in Guinea nur schwer zu kontrollieren sei. Die Organisation hat Ausrüstung und Helfer nach Guinea gebracht und dort unter anderem Isolierstationen für die Kranken eingerichtet. Ein Sprecher der WHO hingegen sagte der BBC, der Verlauf des Ebola-Ausbruches in Guinea sei nicht ungewöhnlich und noch keine Epidemie.

Endgültig nachweisen lässt sich eine Ebola-Infektion nur mithilfe molekularbiologischer Methoden, doch die dafür benötigte Ausstattung ist in den betroffenen Regionen nur begrenzt vorhanden. Von den Symptomen her beginnt die Krankheit hingegen wie viele andere auch mit Fieber und Muskelschmerzen. So dauerte es mehrere Wochen, ehe die ersten Ebola-Fälle im Januar als solche identifiziert wurden. In der Region kommen weitere Erreger wie das Lassa-Virus vor, die ähnliche Symptome wie Ebola verursachen.

Das Ebola-Virus ist seit 1976 bekannt, als es in mehreren Ländern Afrikas Hunderte Menschen tötete. Seither kommt es in Afrika - nur dort gibt es den Erreger - regelmäßig zu Ausbrüchen. Dabei starben manchmal nur sehr wenige der Menschen, manchmal mehr als 250.

Es kursieren vier verschiedene Typen des Erregers, die sich in ihrer Gefährlichkeit stark unterscheiden. Bei den Viren in Guinea handelt es sich um den gefährlichsten, den sogenannten Zaire-Stamm. Er tötet bis zu 90 Prozent der Infizierten. Das Virus kann zu lebensgefährlichen Blutungen führen. Außerdem veranlasst es das Immunsystem zu Überreaktionen, die ebenfalls tödlich sein können.