Ebola-Epidemie in Westafrika Liberia schließt seine Grenzen

Ohne ärztliche Untersuchung kommt niemand mehr nach Liberia. Das Land versucht damit, die weitere Ausbreitung von Ebola zu verhindern. 1100 Menschen haben sich in Westafrika bereits mit dem Virus infiziert, darunter zwei US-Helfer. Ein erkrankter WHO-Mitarbeiter könnte in Deutschland behandelt werden.

  • Liberia schließt wegen der Ebola-Epidemie die meisten seiner Grenzübergänge. Ausgenommen sind die wichtigsten Einreisepunkte; dort werden Ein- und Ausreisende getestet.
  • Zwei US-Helfer haben sich mit dem Ebola-Virus angesteckt.
  • Ein infizierter WHO-Mitarbeiter könnte nach Deutschland verlegt werden.

Einreisen nach Liberia nur mit Gesundheitscheck

Liberia hat am Sonntag die meisten Grenzübergänge zu seinen Nachbarländern geschlossen. Damit reagierte Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf auf die weitere Ausbreitung der Ebola-Epidemie. Wichtige Übergänge bleiben geöffnet. Dort sollen alle Aus- und Einreisenden in Testzentren kontrolliert werden. Auch an Flughäfen soll die Gesundheit der Passagiere geprüft werden. Öffentliche Versammlungen wie Märsche und Demonstrationen untersagte die Präsidentin vorerst.

US-Helfer steckten sich mit Ebola an

Ein Arzt und eine Missionarin haben sich in Liberia mit Ebola infiziert. Der Arzt ist 33 Jahre alt und arbeitet für eine Hilfsorganisation. Wie er sich angesteckt hat, ist noch unklar. Die Missionarin ist für die Gruppe "Samaritan's Purse" in Liberia. In einem Krankenhaus war sie für die Desinfektion der Schutzanzüge zuständig.

Schon mehr als 1000 Erkrankte

Bislang erkrankten in Liberia, Sierra Leone und Guinea laut Weltgesundheitsorganisation WHO 1100 Menschen an Ebola. Auch Sierra Leones wichtigster Ebola-Arzt ist an der Seuche erkrankt. 660 Menschen starben an der Krankheit. Vor einer Woche war Ebola erstmals nach Nigeria eingeschleppt worden. Der Patient ist mittlerweile in Lagos verstorben.

Ebola-Patient könnte nach Hamburg gebracht werden

Die WHO hat beim Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) angefragt, ob ein erkrankter Mitarbeiter dort betreut werden könne. Eine Sprecherin erklärte: "Wir haben daraufhin den Hamburger Seuchenstab aktiviert und in Abstimmung mit allen zuständigen Behörden und öffentlichen Einrichtungen unsere grundsätzliche Bereitschaft erklärt, den Patienten aufzunehmen und zu behandeln." Die Sicherheitsvorkehrungen seien so hoch, dass es für Mitarbeiter und Öffentlichkeit keinen Grund zur Sorge gebe.

Tödliches Virus

Gegen das Ebola-Virus gibt es bislang keine Medikamente. Je nach Erreger verläuft die Krankheit in bis zu 90 Prozent der Fälle tödlich. Schon eine Berührung reicht aus, um sich mit dem Virus zu infizieren. Mangelnde Aufklärung begünstigt die Ausbreitung. Viele Westafrikaner betrachten die Krankheit als Fluch und flüchten vor Ärzten.