"Ich segele in die Dunkelheit."

Iris Murdoch, britische Schriftstellerin, 1997

Es ist oft nicht ersichtlich, wie bewusst Alzheimer-Patienten im fortgeschrittenen Stadium ihr eigener Zustand ist. Doch immer wieder gibt es Zeugnisse davon, dass ihnen zumindest zeitweise sehr klar wird, wie es um sie steht. "Ich segele in die Dunkelheit", sagte Iris Murdoch zweimal. Ihr Mann John Bayley beschreibt die Krankheit der Schriftstellerin in seinem Buch: "Elegie für Iris", das zugleich eine Liebesgeschichte ist. Bayley schildert viele Schwierigkeiten, etwa wenn er die Geduld verliert, weil seine Frau permanent und obsessiv die Zimmerpflanzen gießt, bis das Wasser von den Fensterbrettern läuft. Und doch bleibt die enge Bindung zwischen den beiden erhalten. Bekannt wurde ihre Geschichte auch als Film "Iris", in dem Judi Dench (auf dem Foto zu sehen) die Hauptrolle spielt.

Bild: REUTERS 6. Juni 2014, 18:592014-06-06 18:59:58 © Sueddeutsche.de/beu/feko/rus