Alzheimer vorbeugen Körperliche Fitness und Ernährung beeinflussen die Erkrankung

Zu den Säulen der Demenz-Vorsorge zählt auch körperliche Fitness. Bewegung hat direkte Effekte auf das Gehirn. Sie verbessert die Durchblutung und regt die Entstehung von Verbindungen zwischen den Nervenzellen an. Zudem fördert körperliche Anstrengung den Schlaf und wirkt stressabbauend. "Jede Art von Bewegung, insbesondere aber Ausdauer- und Koordinationstraining bringt die Nervenzellen zum Feuern", sagt von Arnim. In Studien wurde gezeigt, dass Sport die Ausschüttung eines Proteins (Brain-derived Neurotrophic Factor BDNF) fördert, das Nervenzellen schützt und am Wachstum neuer Zellen beteiligt ist. Es ist vor allem in Bereichen aktiv, die für Gedächtnis und abstraktes Denken verantwortlich sind.

"Mindestens dreimal pro Woche eine halbe Stunde außer Puste kommen, kann Gedächtniseinbußen vorbeugen", sagt die Neurologin. Auch Tanzen habe gute Effekte und selbst ein längerer Spaziergang tut den Nerven gut. "Welche Bewegung auch immer - es kommt dabei nicht auf Höchstleistungen an. Entscheidend ist vielmehr Regelmäßigkeit und dass es Spaß macht", empfiehlt von Arnim. Studien zufolge haben Menschen, die nicht körperlich aktiv sind ein 20 bis 70 Prozent höheres Risiko an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken.

Ein weiterer Baustein ist die Ernährung. So fanden Forscher in einer Langzeitstudie an über 2000 New Yorkern heraus, dass Menschen, die hauptsächlich mediterrane Kost zu sich nahmen, seltener an Alzheimer erkrankten. Die Mittelmeerküche besteht vornehmlich aus einer ausgewogenen Mischung an Obst und Gemüse, Hülsenfrüchten, Getreide, Fisch und Olivenöl. "Es wird vermutet, dass ungesättigte Fettsäuren und Antioxidantien eine schützende Wirkung haben", sagt Christine von Arnim. Handfeste klinische Beweise dafür gibt es bislang aber nicht.

Nachgewiesen ist hingegen, dass eine ausreichende Versorgung mit Folsäure und B-Vitaminen dem Zellabbau im Hirn vorbeugt. Die sind für den Abbau des giftigen Stoffwechselprodukts Homocystein zuständig, das im Verdacht steht, Alzheimer zu fördern. Folsäure ist in Orangen, grünem Blattgemüse und Vollkornprodukten sowie in Hefe, Fisch, Geflügel und Milchprodukten enthalten. Vitamin B12 kommt fast ausschließlich in tierischen Nahrungsmitteln wie Fisch, Muskelfleisch, Leber, Milch und Eiern vor.

Wie steht es um die geistige Fitness?

Schlüssel vergessen, Brille verlegt: Mit diesem Test können Sie einen ersten Hinweis darauf bekommen, ob Ihr Angehöriger möglicherweise an einer Demenz leidet oder lediglich zerstreut ist. mehr ... Ratgeber Alzheimer