Allergien Akupunktur kann Heuschnupfen lindern

Haselpollen machen Allergikern schon früh im Jahr zu schaffen. 

(Foto: dpa)

Die Wirkweise der Akupunktur ist wissenschaftlich nicht erklärt. Dennoch konnten zwei Studien eine lindernde Wirkung bei Patienten mit Pollenallergie feststellen.

Akupunktur lindert die Beschwerden bei Heuschnupfen: Die Patienten nehmen weniger Antihistaminika und haben eine höhere Lebensqualität. Das ist das Ergebnis einer Studie von Benno Brinkhaus von der Berliner Charité (Annals of Internal Medicine, Bd. 158, S. 225, 2103).

Auch wenn die Wirkweise der Akupunktur wissenschaftlich bisher nicht erklärt ist, erfüllt die Studie die Ansprüche der evidenzbasierten Medizin. So wurden die 422 Patienten mit Birken- oder Gräserpollenallergie den Behandlungsgruppen mit Hilfe eines statistischen Programms (und nicht willkürlich) zugeordnet. Eine Gruppe erhielt zwölf Akupunkturbehandlungen in acht Wochen; eine zweite bekam Scheinbehandlungen, bei denen die Nadeln nur oberflächlich gesetzt wurden; und eine dritte Gruppe wurde erst nach acht Wochen genadelt. Weder Patienten noch Auswerter wurden über die Zuordnung informiert.

Dennoch ergab sich ein signifikanter Effekt: Die Akupunktur-Patienten setzten weniger als halb so viele Antihistaminika ein wie die Kontroll-Patienten. Die Wirkung hielt sogar im nächsten Frühjahr an, ohne dass erneut Nadeln gesetzt wurden.

Erst vor kurzem hatten andere Forscher einen Effekt der Methode bei Allergien belegt (Allergy, Bd. 68, S. 365, 2013). "Solange man den Wirkmechanismus nicht vollständig versteht, wird die Akupunktur auf dem Prüfstand stehen", sagt Brinkhaus. "Aber vieles spricht für eine antiallergische Wirksamkeit."