Abnehmen Rezept für eine erfolgreiche Diät

Weniger Fette oder weniger Kohlenhydrate? Mehr Gemüse oder mehr Saft? Forscher haben fast 50 Diätstudien ausgewertet. Am Ende zählte nur eines.

Von Hanno Charisius

Das Wichtigste zum Thema Diäten ist schnell gesagt: Sie funktionieren, wenn man durch sie weniger Kalorien zu sich nimmt, als der Körper verbraucht - aber langfristig eben auch nur, wenn man die Schmalkost durchhält. Nach dieser Feststellung kann man sich noch beliebig in die Details des menschlichen Stoffwechsels vertiefen und argumentieren, warum weniger Kohlenhydrate in der Kost vielleicht besser funktionieren als ein reduzierter Fettgehalt. Aber für die Gewichtsreduktion wirklich entscheidend ist allein die Frage, ob der Mensch, der abnehmen muss, das Ess-Programm durchhält, es also schafft, seine Gewohnheiten zu ändern.

Low-Carb oder Low-Fat? Es kommt vor allem auf die Vorlieben der Patienten an

Das klingt nicht nur ziemlich logisch, sondern wurde auch durch zahlreiche Studien wieder und wieder gezeigt. An dieser Einsicht ändert auch eine neue Untersuchung nichts grundlegend, für die eine Gruppe amerikanischer Gesundheitsforscher Daten aus fast 50 soliden Diät-Studien zusammengefasst hat.

Ihre Schlussfolgerung: Die Unterschiede zwischen den diversen Diätprogrammen sind so klein, dass keines als Universalmittel gegen Gewichtsprobleme empfohlen werden kann. Vielmehr sollten Ärzte und Diätberater wie bisher mit ihren Patienten besprechen, welche Abnehmvariante am besten zu den persönlichen Essgewohnheiten passt (JAMA, Bd. 312, S. 923, 2014).

Alte Pein an neuen Bäuchen

Vieles, was die Diätindustrie als revolutionäre Methode anpreist, ist eigentlich uralt. Die Wunder-Diät, der Fett-Weg-Massierer, die Schlankheitspille: Alles schon seit Jahrhunderten auf dem Markt - und nach wie vor nicht empfehlenswert. Berit Uhlmann mehr ...

Besonders kohlenhydrat- oder fettarme Ernährungsweisen reduzieren demnach das Gewicht gleichermaßen um durchschnittlich etwa acht Kilogramm nach sechs Monaten, beziehungsweise sieben Kilogramm nach zwölf Monaten. Kohlenhydratarme Ernährungsformen scheinen das Risiko für Herzkreislaufleiden deutlicher zu senken als Diäten mit niedrigem Fettanteil. Dafür scheinen sie auch mehr unerwünschte Nebeneffekte zu bringen, etwa Verstopfung, Müdigkeit und Mundgeruch.

Die Langzeitfolgen einer sehr kohlenhydratarmen Diät seien aber noch nicht hinreichend gut untersucht, um generell Entwarnung zu geben, erläutert die Ernährungswissenschaftlerin Linda Van Horn von der Northwestern Universität in Illinois in einem Begleitkommentar zu der neuen Analyse. Eine gesunde Diät solle nicht nur das Gewicht reduzieren, sondern auch die Gesundheit eines Menschen insgesamt verbessern.