Abnehmen in den USA Neue Diätpille zugelassen

Ihr Erfolg ist mäßig, ihre Langzeitwirkung nicht abzusehen - dennoch kommt in den USA nun die Schlankheitspille Belviq auf den Markt. Es dürfte die zunehmende Fettleibigkeit der Amerikaner sein, die die Zulassungsbehörde FDA zu diesem Schritt veranlasst hat.

In den USA dürfen Ärzte eine neue Schlankheitspille verschreiben: Die Zulassungsbehörde FDA hat jetzt ihr Ja für das Medikament Belviq (Wirkstoff: Lorcaserin) gegeben. Es aktiviert einen Serotonin-Rezeptor im Gehirn und löst damit ein Sättigungsgefühl aus. Als Folge können Patienten weniger Hunger empfinden und sich auch dann satt fühlen, wenn sie kleinere Mahlzeiten zu sich nehmen. Das Medikament soll allerdings nur als zusätzliches Mittel zu Diät- und Sportprogrammen verordnet werden.

Arena Pharmaceuticals hat die Zulassung für die Schlankheitspille erhalten.

(Foto: REUTERS)

In Studien hatten die Versuchspersonen mit der Pille durchschnittlich etwas mehr als drei Prozent ihres Körpergewichtes verloren. Sie hatten die Pille mindestens ein Jahr lang eingenommen und gleichzeitig an einem Diät- und Sportprogramm teilgenommen. 47 Prozent der gesunden und 38 Prozent der zuckerkranken Probanden schafften es sogar, mindestens fünf Prozent ihres Körpergewichtes zu verlieren. Dieser Wert gilt schon als Erfolg, weil von einem solchen Gewichtsverlust gesundheitliche Vorteile zu erwarten sind.

Die FDA knüpft die Verordnung daher auch an eine Bedingung: Nur Patienten, die in den ersten zwölf Wochen der Einnahme mindestens fünf Prozent Gewicht verlieren, dürfen sie längerfristig einnehmen. Den anderen darf sie nicht weiter verschrieben werden.

Denn dem eher bescheidenen Effekt der Pille stehen Nebenwirkungen entgegen: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, Mundtrockenheit und Verstopfung. Die größte Sorge im Vorfeld der Zulassung galt möglichen Herzproblemen.

1997 musste eine Diätpille mit ähnlichem Wirkmechanismus vom Markt genommen werden, weil sie Herzklappenfehler verursachte. In den Zulassungsstudien wurden die knapp 8000 Versuchspersonen daher auch am Herzen untersucht. Es zeigten sich keine Probleme; allerdings fehlen Langzeiterfahrungen.

Dass das Medikement zugelassen wurde, begründete die FDA mit dem zunehmenden Gewicht der Amerikaner. Einer kürzlich vorgestellten Berechnung zufolge wird im Jahr 2030 fast die Hälfte der Amerikaner fettleibig sein. Schon jetzt haben 36 Prozent der US-Bevölkerung einen Body-Mass-Index (BMI) von mindestens 30. In Deutschland erreichen knapp 24 Prozent diesen Wert.

Die Pille ist für Übergewichtige mit einem BMI von 30 oder mehr zugelassen. Sie darf auch Patienten mit BMI ab 27 verschrieben werden, sofern sie an Bluthochdruck, Diabetes oder hohem Cholesterinspiegel leiden.

Ob die Pille auch in Europa eingeführt werden soll, ist offen. Bislang hat der Schweizer Hersteller Arena Pharmaceuticals noch keine Zulassung beantragt.