Kindersterblichkeit im Irak drastisch angestiegen
"Save the Children"-Studie
08.05.2007, 15:52
Unterernährter irakischer Junge (1998): Die Kindersterblichkeit ist seit 1990 stetig gestiegen (Foto: AP)
Im Irak hat die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren zwischen 1990 und 2005 um 150 Prozent zugenommen. Das berichtet die Kinderrechts-Gruppe „Save the Children“. In dem gemessenen Zeitraum war dies in keinem anderen Land der Fall.
"Save the Children" zufolge ist dies allerdings nicht nur auf die Folgen des letzten Golfkriegs zurückzuführen. Bereits zuvor habe das Land mit Problemen bei der Energieversorgung, dem Zugang sauberem Wasser und bei der medizinischen Versorgung der Bevölkerung gehabt.
Dem Bericht zufolge sterben jedes Jahr geschätzte zehn Millionen Kinder an Krankheiten oder durch Gewalt. Dabei sind besonders 60 Entwicklungsländern betroffen, aus denen neun von zehn der betroffenen Kinder kommen.
Am höchsten ist die Kindersterblichkeit in Angola, Sierra Leone und Afghanistan. Dort erreicht nicht einmal jedes vierte Kind das fünfte Lebensjahr.
Fast die Hälfte der Kleinkinder stirbt bereits im ersten Monat nach der Geburt. Zu den häufisten Ursachen gehören Durchfallerkrankungen, Lungenentzündungen oder die Masern.
Neun der zehn Länder mit der höchsten Kindermortalität liegen auf dem afrikanischen Kontinent. Zwar hat sich in einigen Entwicklungsländern eine Verbesserung der Situation abgezeichnet, doch in vielen Gegenden wie Botswana, Zimbabwe oder Swaziland hat sich dieser Trend in den letzten Jahren wieder verlangsamt.
Viele Kinder könnten der Organisation zufolge durch einfache Maßnahmen wie den Schutz durch Moskitonetze oder die Versorgung mit Medikamenten gegen Lungenentzündung gerettet werden.
„Es handelt sich nicht um unlösbare Probleme“, heißt es im Vorwort, „es ist einfach falsch, dass nur ein paar Menschen Zugang zu all den Instrumenten zum Überleben haben, nur weil sie an einem bestimmten Ort der Erde leben.“
Doch es gibt auch positive Ausnahmen zu vemelden: So konnte Ägypten seine Kindersterblichkeitsrate seit 1990 um 68 Prozent verringern. Das Land hat in den vergangenen Jahren die Beratung bei der Familienplanung sowie die Betreuung bei Schwangerschaft und Geburt stark verbessert. Außerdem hat Ägypten seine Gesundheitsausgaben seit 1994 um 200 Prozent erhöht.
Bei den Industrienationen ist die Kindersterblichkeit in Rumänien am höchsten; die niedrigste Quote hat Island, wo nur drei von 1000 Kleinkindern vor ihrem fünften Geburtstag sterben, in Deutschland sind es fünf. Damit liegt die Bundesrepublik mit ihrer Überlebensquote weltweit auf Rang 15.
Der beste Ort, eine Mutter zu sein, ist „Save the Children“ zufolge übrigens Schweden, gefolgt von Island, Norwegen und Neuseeland. Deutschland erreicht den zehnten Platz. Schlusslichter sind der Jemen, Sierra Leone und Niger. Für diesen Teil der Studie hatte die Organisation Faktoren wie Lebenserwartung, Bildungschancen, Einkommensverteilung und die medizinische Versorgung für Frauen verglichen.
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![]() 13.05.2007 23:51:30 kanstanziya: Zu klären Das ganze hört sich wohl nicht gut an ! Und wie kann man das Prüfen?? ![]() ![]() Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser "Freeze" gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage. |
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