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Von Christopher Schrader
Endlich, da ist der Beweis, werden jetzt viele sagen. Schließlich haben viele Menschen Angst vor Handystrahlen und sind deshalb voller Misstrauen gegen die ganze Technik: Sendeantennen genauso wie die Mobiltelefone am Ohr des Nachbarn oder des eigenen Kindes.
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Die Wissenschaft muss es aber genauer nehmen als der Laie, und hat sich deshalb Jahre lang schwer getan, die Gefahr durch Handys zu bewerten. Erst langsam, so scheint es, nähert sie sich der Erkenntnis, dass Handys mindestens die Entstehung von Hirntumoren fördern können, wenn man sie lange und intensiv benutzt.
Aber es ist noch kein Beweis, eher ein begründeter Verdacht. Weitere Studien müssen folgen, die Wissenschaftler und das Laien-Publikum müssen es ertragen, wenn auch die neuen Daten wieder erst einmal zerpflückt werden.
Es ist auch gute wissenschaftliche Methode, Ergebnisse von Kollegen gnadenlos zu kritisieren. Der Effekt, dem sie alle gemeinsam nachspüren, ist offenbar klein, sonst hätte er sich längst stärker gezeigt. Und um Verschwörungstheorien entgegenzutreten: Die Forscher mühen sich redlich, haben genug Geld und hängen nicht sämtlich am Gängelband der Mobilfunkindustrie.
Weitere Beobachtung nötig
Um die möglichen Gefahren weiter zu erforschen, müssen Forscher Handynutzer genauer beobachten. Noch genügen die Argumente nicht, der boomenden Mobilfunk-Wirtschaft Fesseln anzulegen.
In der Zwischenzeit sollten alle Beteiligten Vorsicht walten lassen, möglichst wenig und nur bei gutem Empfang telefonieren. Aber auch die Handy-Industrie sollte die Sorgen ernst nehmen. Seit Jahren weigert sie sich zum Beispiel, strahlungsarme Geräte für das Umweltsiegel „Blauer Engel“ anzumelden. Diese Verdummung der Kunden muss aufhören.
(SZ vom 31.1.2007)
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