Von Marlies Michaelis

Ob Rauchen in öffentlichen Gebäuden oder Restaurants verboten werden soll, ist unter deutschen Politikern umstritten. Aber was ist mit Autos, wenn Kinder mitfahren?

Foto: irisblende

Deutsche Politiker fordern derzeit ein Rauchverbot im Auto, um Kinder zu schützen. Entsprechend äußerte sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD) in der Bild am Sonntag.

Zustimmung gibt es auch von Seiten der CDU - so sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Volksgesundheit im Europaparlament, Karl-Heinz Florenz, ein solches Verbot sei dringend notwendig.

Was passiert eigentlich, wenn im fahrenden Auto geraucht wird? Welche Belastungen entstehen für die mitfahrenden Passivraucher?

Das untersuchten Wissenschaftler der Harvard School of Public Health in einer Studie, die im American Journal of Preventive Medicine veröffentlicht wurde.

Die Forscher testeten die Belastung bei alltäglichen Fahrten. Rund eine Stunde lang fuhren die Testpersonen durch leichten städtischen Verkehr nach einer kurzen Eingewöhnungszeit hatten sie die nötige Muße, um sich eine Zigarette anzuzünden.

Vor, während und nach dem Rauchen wurden die aufgetretenen Feinstaub-Werte gemessen. Und dies mal bei geöffnetem und mal bei geschlossenem Seitenfenster.

Die Ergebnisse waren erschreckend: Der Spitzenwert lag bei 505 Mikrogramm und überstieg damit den derzeitigen EU-Grenzwert von 50 Mikrogramm um das Zehnfache.

Feinstaub im Tabakrauch ist deswegen so gefährlich, weil die winzigen Partikel eingeatmet werden und dann toxische Substanzen tief in die Lunge hinein transportieren. Dies kann beispielsweise zu Asthma oder einer Bronchitis führen.

Eine gesundheitliche Gefahr sehen die Autoren besonders für Kinder und ältere Menschen. Erwachsene, die ihre Kinder im Auto mitnähmen, gefährdeten diese oftmals mehr, als ihnen bewusst sei, so die Wissenschaftler.

In den US-Bundesstaaten Arkansas und Louisana wurde Rauchen bei Autofahrten mit kleinen Kindern verboten. In einigen anderen Bundesstaaten darunter Kalifornien und Michigan sind entsprechende Gesetzesvorhaben nicht durchgekommen.

Quelle: www.medical-tribune.de