Der Mensch geht mit seinem Körper um wie ein schlechter Handwerker. Und die Medizin verkommt zunehmend zur Hobbythek.
Am liebsten würden sich die Patienten gleich selbst aus dem Arztkoffer bedienen Foto: iStockphotos
Die Geomantikerin sagt, im Schlaf seien Strahlen viel schlimmer, als wenn man wach ist. Oh Gott, wie oft bin ich schon vor Computer oder Fernseher eingenickt!
Die Frau in der S-Bahn sagt, sie lege immer Heilsteine in ihr Wasser, bevor sie es trinkt. Wahrscheinlich gibt es bald Bionade mit der Geschmacksnote "bemooster Kiesel".
Der Sportsfreund will sein Knie operieren lassen, dabei weiß er genau, dass es nur wehtut, wenn er Stress mit der Freundin hat. Seine Freundin weiß, dass Ärzte sowieso immer nur operieren wollen.
Der Geschäftsmann sagt, körperlich gehe es ihm gut, nur seine Psyche muss er noch in den Griff bekommen. Manchmal ist es zum Weinen oder Schreien, je nachdem wie man seine Psyche gerade im Griff hat.
Die Menschen gehen mit ihrem Körper um wie schlechte Heimwerker oder Kunden eines großen schwedischen Möbelhauses. Jeder bastelt sich seine Heilslehre aus Teilen zurecht, die nicht zueinander gehören. Man versteht die Anleitung nicht und nimmt planlos noch mehr hiervon und davon. Am Ende passt nichts zusammen, es klemmt, und immer sind ein paar Schrauben locker oder fehlen ganz. Gesund ist das nicht.
Sogar der Lieblingskollege hat sich von dem unsinnigen Bastelprinzip anstecken lassen - vielleicht weil er ein Buch über Ikea geschrieben hat. Er sitzt auf meinem gelben Sofa, leidet. Seine Therapie zum Selbstaufbau sieht so aus: Er hustet wie eine mexikanische Sau, ignoriert aber die Symptome, obwohl er und seine liebevoll bebrüteten Erreger das Zeug zur Pandemie hätten.
Sein Knie hingegen, das gerne psychosomatisch überreagiert, zeigt er Orthopäden, Chirurgen, Waldheilkundlern und Nadlern. Besser wird es davon nicht. Das Knie macht, was es will, und mit dem Husten würde er durch keine Flughafenkontrolle kommen.
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Dickmachern auf der Spur
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Kalt erwischt