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Alkohol und Tabak gefährlicher als LSD und Ecstasy
Drogen-Ranking
26.03.2007, 16:23
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Die gefährlichsten Drogen - Vergleich nach Expertenbewertung (Auszug). (SZ-Grafik: I. Burgarth, Quelle: Uni Bristol)
Alkohol und Tabak zählen zu den Top-Ten der gefährlichsten Drogen. Sie sind für die Gesundheit der Konsumenten und für die Gesellschaft gefährlicher als die verbotenen Stoffe Cannabis, LSD und Ecstasy, berichtet der Pharmakologe David Nutt von der Universität von Bristol im Fachjournal Lancet (Bd.369, S.1047, 2007).
Das Ranking wird angeführt von Heroin, gefolgt von Kokain, Schlafmitteln der Barbiturat-Klasse und nicht für therapeuthische Zwecke eingesetztem Methadon. Alkohol folgt vor allem wegen der körperlichen Langzeitschäden auf Platz Fünf, Nikotin auf Platz Neun.
40 britische Psychiater, Epidemologen, Chemiker und Forensiker beurteilten neun verschiedene Gefahren des Missbrauchs von legalen und illegalen Drogen. Zu den Kriterien gehörten körperliche Schäden, wie etwa der plötzliche Tod durch Atemdepression bei Heroinmissbrauch, die Stärke des Abhängigkeitspotentials, Folgen für das soziale Umfeld, sowie öffentliche Gesundheitskosten.
Aus den Punktewerten der Spezialisten erstellte Nutt eine Rangliste, die sich stark von behördlichen Klassifikationen unterscheidet: „Dass der Konsum von Alkohol und Nikotin legalisiert ist, erscheint aus wissenschaftlicher Sicht vollkommen beliebig“, kritisiert Nutt: „Das derzeitige System ist durch und durch krank.“
Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums und der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen bestätigen die Gefährlichkeit der legalen Stoffe mit Suchtpotential, die allerdings auch von viel mehr Menschen konsumiert werden als sogenannte harte Drogen: Alkoholmissbrauch fordert in Deutschland 42.000 Tote pro Jahr, an den Folgen des Rauchens sterben sogar 110.000 Personen jährlich.
Dem stehen 1326 Menschen gegenüber, die im vergangenen Jahr am Konsum illegaler Drogen starben. „Die Gefahren des Konsums von Alkohol und Nikotin werden völlig unterschätzt“, sagt Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie der Berliner Charité: „Betrachtet man allein medizinische Kriterien, müsste Nikotin auf Platz Eins und Alkohol auf Platz Zwei der Liste stehen.“
Angesichts dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse regt Nutt eine Diskussion der behördlichen Bestimmungen an: „Sie sollten in Zukunft auf sachlichen Beurteilungen und nicht auf Vorurteilen und Annahmen basieren.“ Nutt glaubt, dass ein Klassifikationssystem, bei dem Experten die Gefahren einschätzen, transparenter und geeigneter sei.
Das Bundesgesundheitsministerium nimmt die neue Studie ernst und will sie nun auf ihre wissenschaftliche Stichhaltigkeit prüfen. Sollte man sich daraufhin dazu entscheiden, einzelne Suchtmittel in ihrer Gefährlichkeit umstufen wollen, müsste dies jedoch auf internationaler Ebene geschehen, heißt es aus dem Ministerium. Gelegenheit dazu bietet sich erst wieder im nächsten Jahr, wenn der Suchtstoff-Kontrollrat der UNO tagt.
Inzwischen fordern Ärzte, den Zugang zur Behandlung von Abhängigkeit von legalen Drogen zu verbessern: „Es ist nicht gerechtfertigt, dass die Krankenkassen die Behandlungskosten von Nikotin-Abhängigen nicht tragen“, so Heinz, „Das hat mit medizinischen Erkenntnissen nichts zu tun.“
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![]() 27.03.2007 08:31:54 Ausbruch: @nossek Das ist nur ein Auszug. In der Originalliste sind die Angesprochenen unterscheidungen enthalten. Da wird sehr deutlich zwischen Amphetaminen und sog. "Crystal" Meth-Amphetamine unterschieden. MDMA taucht in der Originalliste sehr weit unten auf. Ich habs schon irgendwo anders erwähnt. Ich kenne niemandem in meinem Alter der vor sich hin zuckt. Kann es nicht sein das es seinerzeit doch etwas Propaganda war? Schließlich wurde ja auch gesagt Techno selbst verursacht Nervenstörungen. Klar hängt die Wirkung der Drogen immer von der Person und der Konsummenge ab. Sonst käme es wohl kaum zu situationen wie, das die Altjunkies fröhlich weiter vor sich hin verdummen und alt werden, wärend junge Mädels bei denen man nie damit gerechnet hätte an Heroin sterben. Mir stellt sich da immer die Frage, was bringt ein Verbot wenn es doch nur zu Opfern führt? Wenn man schon nicht Drogen legalisieren kann, wie wäre es dann mit sinnvoller Aufklärung bei der Bevölkerung. Keine Kampf-Propaganda. Die Wahrheit über Drogen. Vielleicht müssten dann nicht mehr soviele alleine sterben, und es kann durch Projekte geholfen werden? Damit sie süchtige wenigstens helfen lassen können? Bei Kiffern gehts doch auch? ![]() ![]() 27.03.2007 07:20:26 nossek1000: Methamphetamin Die wissenschaftlichkeit dieser Studie lässt sich schon daran ablesen dass nicht zwischen Amphetamin und Methamphetamin (Crystal) unterschieden wird. Methamphetamin ist wesentlich gefährlicher. Eine böse Falle für die Nutzer von Partydrogen: sieht ähnlich aus, wirkt ähnlich, ist bloß etwas stärker, führt aber rasend schnell in eine Abhängigkeit, aus der man nur sehr schwer wieder rauskommt. Bei der Beurteilung von Cannabis wüsche ich mir etwas mehr Sachlichkeit. Speziell in Deutschland scheint mir das eine ideologische Frage zu sein. Entweder ist es Teufelszeug und gehört weiterhin verboten, oder es ist völlig harmlos. Dazwischen gibt es nicht viel. In Deutschland gibt es hunderttausende von Kiffern, deren Leben und Perspektiven buchstäblich in Rauch aufgehen. Die Drogenberatungen können ein Lied davon singen. Auf der anderen Seite hunderttausende, die einen unproblematischen Konsum betreiben. Das Ecstasy auf der Liste nicht steht wundert mich dann doch. Zahlreiche Studien haben mittlerweile gezeigt, daß der Konsum dieser Droge noch Jahre später die Hirnfunktionen beeinträchtigt, zu schweren Depressionen und Psychosen führen kann. Rave On! Davon abgesehen bringt eine solche Liste nicht viel, in der unterschiedliche Faktoren der Gefährlichkeit einer Droge miteinander vermengt werden. ![]() 26.03.2007 23:59:32 ParmenidesLynch: naja, ich frage mich immer wieder, wenn ich diese Art der Nachrichten lese, was mir das sagen soll. Entweder ist das wie mit dem Zyklopen der seinen eigenen Tod sehen kann, was primär nicht so schlimm ist, da der Tod nun mal (nach Heidegger) ein Ausstand ist, der uns zukommt, oder hier möchte jemand uns ein sicheres, besseres und schöneres Leben vor gauckeln. Und wenn es um hedonistische Debatten im Sinne der allgemeinen Gesundheit geht, möchte ich gern zum Schulß noch zwei Denkansätze stark machen. Entweder ich betrachte die Allgemeinheit, dann stehen unserem gesellschaftlichem Glück doch ganz andere Dinge im Wege als eine Skalierung von Drogen und deren Wirkung, oder ich betrachte den einzelnen Menschen, dann ist es völlig wurscht, ob man am Drogenkonsum stirbt, oder beim Autofahren, oder im Altersheim. Und Kosten entstehen für die Gesellschaft so oder so, sobald jemand das Gesundheitssystem in anspruch nimmt. Ergo, lasst diese Sachen doch den Menschen privat entscheiden und gebt Forschungsgelder für was sinnvolles aus, als nichts sagende Studien zu veranstalten, die nur zu sinnlosen Debatten führen. ![]() 26.03.2007 21:34:51 karstenka: festzelt wie sagte stoiber: es gehört dazu, dass in einem festzelt der ein oder andere eine raucht. na denn prost! ![]() 26.03.2007 18:34:05 anderwandlang: Volle Zustimmung darauf erst mal ein Glas Droge, Prost. Mir ist es bis heute schleierhaft, warum Cannabis so verteufelt wird in dieser westlichen Gesellschaft und dem Alkohol gefrönt wird. Vielleicht, weil Cannabis zu Beginn einer Drogenlaufbahn bewusster macht, denn davor? Bier dagegen, vor allem in Mengen, macht doch nur taub. Sicher aber kommt es auf die Menge an: und jetzt kommts - nicht die spirituellen Mittel sind zu verteufeln, sonder der Umgang damit ist zu untersuchen. Wir haben hier einfach keine Drogenkultur, sondern eine Konsumkultur. Und das lässt sich keine Droge gefallen - Zustimmung? Der weise Umgang mit allem ist entscheidend, da hilft dann kein Verbot - und das weiss die Exekutive schon seit längerem, wird aber weiter "verheizt" mit falschen Zielen - die, zugegebenermassen - so auch nicht erreicht werden können. Prost.
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