Bei der Architektur standen beim ersten Bau ebenfalls die Bedürfnisse der Kinder im Vordergrund. Für die Wünsche vieler junger Eltern war angesichts eines meist engen finanziellen Gürtels kein Platz. Diesmal geht es nur um sie, ihre Wünsche und Hobbys. Das heißt häufig dann auch, dass die Wohnfläche und die Raumanzahl des zweiten Hauses nicht kleiner ausfallen als die des ersten.

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"Zunächst müssen beide Personen festlegen: Was ist mir wichtig? Was kann vernachlässigt werden?", rät Lenze. Es sei ein Trugschluss zu glauben, man wisse, was der andere sich wünscht, weil man schon so lange zusammenlebt. "Häufig ist der eine ganz überrascht, dass der andere jetzt, wo es die Möglichkeit dazu gibt, gerne ein eigenes Büro oder einen eigenen Schlafraum hätte."

Einstimmigkeit herrscht oft über einen gemeinsamen Wohnbereich. "Dieser ist in der Regel sehr offen gestaltet: Ohne Kinder hat das Thema Lärmbelästigung an Bedeutung verloren. Auf manch eine Wand wird deshalb verzichtet und stattdessen eher ein Raumteiler eingesetzt", sagt die Architektin.

Gebäude sollte so vorbereitet sein, dass es auch im Alter nutzbar ist

Große Räume mit viel Bewegungsfreiheit sind auch unter praktischen Gesichtspunkten eine gute Wahl: Irgendwann kommt das Alter. Das heißt nicht, dass jetzt schon überall Haltegriffe eingebaut und Reha-Atmosphäre verbreitet werden soll. Aber das Gebäude sollte so vorbereitet sein, dass es auch im Alter nutzbar ist. Wohnen auf einer Ebene ist deshalb beim zweiten Bau besonders gefragt. Schwellen und Stufen sind verzichtbar, breite Türöffnungen und ergonomische Küchenlösungen dagegen ein Muss.

"Wenn eine Treppe notwendig ist, sollte sie so ausgelegt sein, dass notfalls auch ein Treppenlift nachgerüstet werden kann", rät Architektin Lenze. Außerdem macht es sich gut, wenn die Treppe nicht vom Wohnraum, sondern vom Flur aus nach oben führt. Dann gibt es die Option, das Obergeschoss bei Bedarf zu vermieten.

"Jetzt gönnen wir uns etwas"

Auch wenn es ein Obergeschoss gibt - im Erdgeschoss sollte ein komplett ausgestattetes Bad vorhanden sein. Dieses wird mit bodengleicher Dusche oder Wanne mehr Platz in Anspruch nehmen, als beispielsweise in Familienhäusern. Dabei darf der Komfort in Gestaltung und Technik nicht zu kurz kommen, sagt Christoph Windscheif: "Häufig hört man: 'Jetzt gönnen wir uns etwas.'"

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(sueddeutsche.de/dpa/lado)