Im ersten Halbjahr 2005 sind 1,7 Prozent mehr Termine festgesetzt worden, um Immobilien per Zuschlag an den Mann zu bringen. Dagegen haben die Verkehrswerte um knapp einen Prozent verloren.
Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien hat im ersten Halbjahr 2005 einen Rekordwert erreicht. Für die ersten sechs Monate wurden an den Amtsgerichten 48.438 Versteigerungstermine angesetzt, das waren 1,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das teilte die Ratinger Argetra GmbH, ein Fachverlag für Wirtschaftsinformationen, mit. Die Summe der Verkehrswerte gehe um 0,9 Prozent auf 9,57 Milliarden Euro zurück.
Anzeige
"Besonders in wirtschaftsschwachen Regionen finden Immobilien auch beim dritten und vierten Termin keinen neuen Eigentümer", sagte Verlagssprecher Winfried Aufterbeck. Das gelte besonders für die neuen Bundesländer, wo nach der politischen Wende unter anderem Abschreibungsmodelle zu einer "Überproduktion von Gewerbe- und Renditeobjekten" beigetragen hätten.
Dagegen fänden bundesweit Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen - rund 63 Prozent der Termine - schneller einen neuen Eigner.
Während in Sachsen-Anhalt und Thüringen die Zahl der Versteigerungstermine zurückging, legten Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen und Berlin im Vorjahresvergleich weiter zu.
Im Westen blieben Hamburg (plus 21,3 Prozent), Schleswig-Holstein (11,6 Prozent) und das Saarland mit zweistelligen Zuwächsen deutlich über dem Bundesschnitt von plus 1,9 Prozent.
Rückläufig war die Entwicklung in Bremen, Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein- Westfalen. In Niedersachsen gab es 4770 Termine, das entsprach dem Vorjahresniveau.
(dpa)
Debatte über Urheberrecht