Das Geld reicht nicht, ein Zusatzbeitrag wird nötig: Am Montag kommt es wohl zum großen Bekenntnis etlicher Krankenkassen. Eine outet sich schon jetzt.
Die Veranstaltung ist prominent besetzt. Herbert Rebscher, der Vorsitzende der Krankenkasse DAK, wird am Montag in Berlin erwartet, und sein Kollege Achim Kolanoski von der Deutschen BKK steht ebenso auf der Gästeliste wie Dieter Paffrath, der Vorstandsvorsitzende der AOK Schleswig-Holstein.
Mehrere Krankenkassen werden am Montag offenbar bekanntgeben, dass sie einen Zusatzbeitrag erheben. Auch die DAK soll darunter sein. (© Foto: ddp)
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Drei Männer - und sie könnten eine Lawine ins Rollen bringen. Denn das Thema des Abends lautet "Finanzentwicklung in der gesetzlichen Krankenversicherung - Einstieg in den Zusatzbeitrag". Und das lässt Raum für Spekulationen. Outen sich nach der recht kleinen Gemeinsamen Betriebskrankenkasse der Stadt Köln weitere - auch größere - Kassen als bedürftig und geben im großen Rahmen bekannt, von ihren Mitgliedern einen Zusatzbeitrag zu erheben?
BKK plant Zusatzbeitrag
Tatsächlich bestätigt eine Sprecherin der Deutschen BKK (mehr als eine Million Versicherte) sueddeutsche.de bereits jetzt, ihr Haus wolle in der nächsten Zeit einen Zusatzbeitrag erheben. Am 29. Januar, also vier Tage nach dem Treffen, würde der Verwaltungsrat das Thema besprechen. Auch würden etwa ein Dutzend anderer Kassen, die ebenfalls an der Veranstaltung teilnehmen, in den nächsten Wochen oder Monaten Zusatzbeiträge beschließen. Weitere große Namen könnten dabei sein, hieß es ergänzend aus Kreisen. Die Einladung zur Veranstaltung am Montag schließt mit dem Satz: "Außerdem gibt es die Möglichkeit zu Fragen und Gesprächen mit weiteren führenden Repräsentanten anderer Krankenkassen, die im Jahr 2010 die Einführung eines Zusatzbeitrags planen."
Bestätigen wollen die Genannten das jedoch nicht. Es gebe keine Entscheidung, sagte ein Sprecher der DAK zu sueddeutsche.de. Drei Tage nach dem Berliner Treffen würde sich der Verwaltungsrat treffen, zuvor sei kein Beschluss zu erwarten. Die Kasse, die mit 6,4 Millionen Versicherten und 4,5 Millionen Mitgliedern zu den größten ihrer Zunft gehört, wurde zuletzt häufig im Zusammenhang mit möglichen Zusatzbeiträgen genannt.
"Ein Tabuthema"
Ähnlich wie die DAK äußerte sich ein Sprecher der AOK Schleswig-Holstein und verwies auf die Veranstaltung am Montag. Ein deutliches Dementi kommt auch von der KKH-Allianz. Sie wird einer Sprecherin zufolge keinen Vertreter nach Berlin entsenden. Erst Ende Februar oder Anfang März werde eine Entscheidung über einen Zusatzbeitrag fallen. Doris Pfeiffer, die Vorsitzende des Spitzenverbandes der Krankenkassen hatte kürzlich gesagt, sie gehe davon aus, dass es im Jahr 2010 "in großem Maße" Zusatzbeiträge geben werde. Auch die größte deutsche Krankenkasse Barmer GEK schließt nicht aus, dass sie von ihren Versicherten noch in diesem Jahr mehr Geld verlangen muss.
Erst vor wenigen Wochen war bekanntgeworden, dass die Kassen in diesem Jahr trotz eines staatlichen Zuschusses ein Defizit von etwa vier Milliarden Euro erwartet. Um dieses Finanzloch abzufedern, können die Kassen von ihren Versicherten Zusatzbeiträge erheben. Bleibt der unter der Grenze von acht Euro, kann auf eine Einkommensprüfung verzichtet werden. Die Bild-Zeitung berichtet sogar, bis Sommer wollten rund 30 Kassen die Prämien erheben. Dies wurde in der Branche als wahrscheinlich, aber noch nicht sicher bezeichnet.
Wer jedoch neben DAK, AOK Schleswig-Holstein und Deutsche BKK an der Outing-Veranstaltung in Berlin teilnimmt, ist unklar. Nur eines ist sicher - für die Kassen selbst ist es eine Lösung mit jeder Menge Charme. Denn nichts fürchten sie mehr, als die Abwanderung ihrer Versicherten. Ein gemeinsames Bekenntnis könnte den Aha-Effekt mildern, heißt es aus Kreisen. Und auch die Sprecherin der Deutschen BKK bestätigt: Man wolle "ein Tabuthema" aufgreifen. Die Zeit dafür drängt. Denn das Bundesversicherungsamt hat die Kassen kürzlich aufgefordert, Zusatzbeiträge bis zum 29. Januar anzumelden. Vier Anträge liegen der Behörde bislang vor.
- Private Krankenkassen Sparen - obwohl alles teurer wird 18.01.2010
- Privatversicherer "Vor dem Gesetz sind alle Kinder gleich" 28.12.2009
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(sueddeutsche.de/mel)
Moderne Verwaltung
sorry für die Tippfehler, nein, ich bin kein Legastheniker...
Es drängt sich einem langsam die Frage auf warum Sie sich hartnäckigst und serh plakativ hier zu Dingen äußern die Sie gar nicht betreffen, da Sie doch in Ihren eigenen Worten "privat versichert und privat äusserst gut abgesichert sind", "nicht in dieses Becken fallen" da Ihr "Vermögen wächst und wächst" etc.
Ein weiser Mann sagte einmal daß man Geld hat, und nicht darüber spricht. Sind Sie gar doch ein Agent Proocateur, wie hier schon gemutmaßt wurde? Oder nur jemand der sich die Zeit zwischen den Gängen zur Arge damit vertreibt hier als Troll im Leistungsträgerpelz die Foren aufzumischen? Nicht daß es mich tatsächlich interessierte, ich habe es bisher geflissentlich vermieden Ihnen hier zu antworten und werde das nach dem Abschicken dieses Kommentars auch wieder tun.
Herzliche Grüße nach SD (Süddeutschland? South Dakota? Sicherheitsflügel für Demenzkranke? Wie Sie schon sagten, gut daß Sie privat versichert sind...)
@ alle anderen: Schalten Sie auch nächstes Mal wieder ein, wenn Sie ausreichendinternational sagen hören wollen : Lieber misterpocket, zu Ihrer Information...
;)
'dass durch die Zusatzbeiträge endgültig die Parität abgeschafft worden ist.'
Die Parität wurde bereits vor einiger Zeit endgültig abgeschafft. Jetzt wird die Abschaffung konsequent durchgesetzt.
Mir ist es im Grunde egal, ob der Arbeitgeber die Hälfte zahlt, wenn ich dafür mehr Netto zur Verfügung hätte. Ich zahle gern alles selbst, wenn ich Netto=Brutto bekomme.
Das aber ist nicht im Interesse des Staates.
Dem Autor des Artikels und manchen Foristen ist die weitere Tragweite der Zusatzzahlung überhaupt nicht bewußt. Weder den privat noch den gesetzlich Versicherten: Nämlich, dass durch die Zusatzbeiträge endgültig die Parität abgeschafft worden ist. Diese und weitere Zuzahlungen, die noch kommen werden, werden nämlich allein von den Versicherten bezahlt werden. Damit hat man - auf welchen Wunsch wohl? - angefangen damit, ein weltweit bewundertes System abzuschaffen. Und zwar ohne an den Gesundheitskosten etwas geändert zu haben. Man arbeitet fleißig an Einnahmesteigerungen und an sonst nichts. Die Ärztekammern und die Pharmazie insgesamt lachen sich halb tot!!!
"Kein Mensch ist für Solidarität - es sei denn, er profitiert davon"
Jetzt reden sie wie Karl Marx, der genau aus diesem Grund ja den Zusammenbruch des Kapitalismus vorhersagte.
Aber schon eigentlich sehr sehr lange gehen Historiker davon aus, dass es die Beteiligung breiter Schichten am Wohlstand war - Sie mögen es Solidarität nennen - die in den 20er und 30er Jahren die eine oder andere kommunistische Revolution, vielleicht sogar die befürchtete Weltrevolution verhindert hat. Nur: Bei Gesundheit geht es aber noch nicht einmal um Wohlstand. Das ist Daseinsvorsorge und kommt sogar noch vorher.
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