Stichwort: Der Internationale Währungsfonds Der IWF - die Weltfinanzfeuerwehr

Gefragt in der Not: Wenn eine Land finanziell in Schieflage gerät, ist der Internationale Währungsfonds meist schnell zur Stelle. Der IWF mit Sitz in Washington wird allerdings häufig dafür gescholten, neoliberale Auflagen zu machen. Der jetzt unter Druck geratene IWF-Chef Strauss-Kahn wollte das ändern. Portrait einer Weltorganisation.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen greift ein, wenn Staaten Finanzschwierigkeiten haben oder ihnen der Bankrott droht. Der IWF hilft den Mitgliedsländern dann mit Krediten.

Die Finanzhilfen des IWF sind meist an strenge Auflagen geknüpft - etwa an die Sanierung des Staatshaushalts. Chef des IWF ist in der Regel ein Europäer, während die Weltbank, die mit dem IWF kooperiert, üblicherweise von einem Amerikaner geleitet wird. Dem IWF steht seit Ende 2007 der Franzose Dominique Strauss-Kahn vor. Der spätere Bundespräsident Horst Köhler stand von 2000 bis 2004 an der IWF-Spitze und wurde von dem Spanier Rodrigo Rato abgelöst.

Zunehmend drängen aber auch Schwellenländer darauf, den Topposten zu stellen. Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der IWF eine wichtige Rolle.

Zusammen mit den Europäern schnürte der Währungsfonds Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal.

Der IWF wurde 1944 zusammen mit der Weltbank in Bretton Woods gegründet. In dem Ort im US-Bundesstaat New Hampshire waren die Finanzminister und Notenbankgouverneure von 44 Staaten der späteren Siegermächte des Zweiten Weltkriegs im Juli des vorletzten Kriegsjahres zusammengekommen um ein neues Weltwirtschaftssystem mit stabilen Wechselkursen einzuführen. Die Zusammenarbeit in der Währungspolitik und im internationalen Zahlungsverkehr sollte gefördert werden.

Kritik an neoliberaler Ausrichtung

Die Kapitaleinlagen (Quoten) der mittlerweile 187 Mitgliedsländer richten sich unter anderem nach der Stärke ihrer Volkswirtschaft. Die Quote bestimmt auch das Mitspracherecht. Der Einfluss aufstrebender Schwellenländer - etwa Chinas oder Indiens - beim IWF wurde zuletzt mit einer Stimmrechts- und Quotenreform erhöht.

Der IWF wurde immer wieder dafür kritisiert, seine wirtschaftspolitischen Grundsätze zu sehr an den Leitlinien des sogenannten Washington Concensus auszurichten. Dessen Ziele decken sich in Teilen mit den neoliberalen Prinzipien einer möglichst freien Marktwirtschaft, in der die Rolle des Staates möglichst begrenzt sein soll.

Erst Anfang April hatte der amtierende IWF-Chef Strauss-Kahn den Washington Concensus allerdings "antiquiert" bezeichnet. Das seien die Lehren aus der Finanzkrise der Jahre 2008 und 2009. "Beim Gestalten des makroökonomischen Rahmens einer neuen Welt wird das Pendel umschwingen - zumindest ein bisschen - vom Markt hin zum Staat", hatte der Franzose gesagt.

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