Wohnung mieten Unzulässige Klauseln ignorieren

Auch Vorschriften und Verbote sind im Mietvertrag geregelt - etwa, ob Haustiere erlaubt sind oder ob man im Innenhof grillen darf. Entdecken Neumieter im Mietvertrag eine unzulässige Klausel wie etwa in regelmäßigen Abständen zu renovieren oder die Wände in einer bestimmten Farbe zu streichen, rät Dietmar Wall vom Deutschen Mieterbund dazu, diese nicht anzusprechen: "Das ist für den Mieter sogar vorteilhaft. Wenn es relevant wird, kann er sich darauf berufen, dass die Klausel unwirksam ist." Sonst gebe es nur Ärger bei den Vertragsverhandlungen um eine Wohnung, die man ja eigentlich gerne wolle.

Die Angaben zur Wohnungsgröße im Mietvertrag sind dagegen mehr als reine Information, sondern ein wichtiger Wert, der überprüft werden sollte. Dem Deutschen Mieterbund zufolge sind die Quadratmeterangaben bei etwa zwei Drittel aller Mietwohnungen falsch. Lassen Sie sich nicht darauf ein, wenn im Mietvertrag etwas von unverbindlichen Quadratmeterangaben steht. Abweichungen von bis zu zehn Prozent sind zwar zu tolerieren, wenn es aber darüber hinaus geht, haben Mieter das Recht auf eine Mietminderung oder auf fristlose Kündigung mit entsprechender Rückzahlung. Als Faustregel gilt: Ist die Wohnung 15 Prozent kleiner als angegeben, dürfen Mieter ihre Zahlungen um 15 Prozent reduzieren. Ausgenommen von der Wohnfläche sind Abschnitte der Wohnung, die niedriger als zwei Meter Raumhöhe sind.

Für Wohngemeinschaften gilt: Steht nur ein Bewohner im Mietvertrag, ist er der Hauptmieter, der auch für die Mietzahlungen haftet. Die anderen WG-Mitglieder sind dann nur Untermieter. Stehen aber alle im Vertrag, kann dieser auch nur gemeinsam gekündigt werden. Die sinnvollste Lösung ist daher, im Mietvertrag festzuschreiben, dass an eine WG vermietet wurde - nur dann können einzelne Bewohner problemlos ausziehen und Zimmer weitervermietet werden. Darüber sollte der Vermieter durch eine entsprechende Regelung im Mietvertrag informiert werden.

Egal ob WG, Staffel- oder unbefristeter Vertrag: Nach der Unterschrift sollten künftige Mieter die neue Wohnung noch einmal sehr genau anschauen und Schäden und Mängel dokumentieren - von kaputten Steckdosen über undichte Fenster bis zu Kratzern im Parkett (wie Sie Streitereien mit dem Vermieter beim Auszug vorbeugen, erfahren Sie hier).