Pünktlich zur Hochsaison der Wohnungssuche wurde die erste Münchner WG-Party gefeiert: Als das erste Zimmerangebot den Raum betritt, verstummen die Gespräche, der Tanz wird unterbrochen, die Jagd beginnt.
Als Antonio und Micky den Raum betreten, steht das Treiben einen kurzen Augenblick still: Gespräche verstummen, Tanzende halten abrupt inne, Bierflaschen werden ruckartig abgesetzt. Tatsächlich - die beiden 19-Jährigen nähern sich der rechten Hälfte des Schwarzen Brettes, und heften einen Zettel an die ersehnte Stelle: ein Wohnungsangebot!
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Die Rollen auf der ersten WG-Party Deutschlands sind klar verteilt. Diejenigen, die ein A wie Angebot auf die Brust geheftet haben, werden umgarnt wie Rockstars von ihren Groupies. Diejenigen, die ein S wie Suche tragen sind dagegen wie Fische in einem großen Schwarm.
Pünktlich zur Hochsaison der Wohnungssuchenden - kurz vor Semesterbeginn - findet in der Münchner Diskothek K41 eine Party statt, deren Motto lautet: ungezwungen und effektiv die passenden Mitbewohner finden.
Locker müsse er sein, der zukünftige Mitbewohner, meint Bieter Antonio noch und dreht sich schwungvoll um seine eigene Achse, wo ihn bereits drei Mädchen erwartungsvoll anblicken. "Das ist der erste, der in Frage kommt", tuschelt ein blondes Mädchen ihrer Freundin zu. "Aussehens mäßig oder als Mitbewohner?", will diese irritiert wissen.
Fragende fallen über Antonio her wie Heuschrecken oder hungrige Wölfe: "Wo ist die Wohnung? Wie viel kostet das Zimmer? Was machst du so?"
Die Wohnungsnot der Münchner Studenten ist seit Jahren ein brisantes Problem, Besserungen sind jedoch kaum in Sicht. Günstige, geräumige und zentrale Zimmer sind eine Rarität. Stattdessen: Sogar in den Außenbezirken horrende Mieten für mehr oder minder stabile Bruchbuden. "Unter 300 Euro geht hier gar nichts", meint der Düsseldorfer Tobias, der im Oktober sein Theaterwissenschaftsstudium in München beginnen wird.
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