Von Silvia Liebrich

Es war wohl nichts mit einer Finanzspritze für Silvio Berlusconi: Amerikanische Ermittler entlarven in Italien gefundene Papiere im Wert von mehr als 130 Milliarden Dollar als unecht.

Italiens Ministerpräsident Berlusconi dürfte sich wohl zu früh gefreut haben. Aus einer völlig unerwarteten riesigen Finanzspritze für den Staatshaushalt wird nun doch nichts. Dieser Betrag hätte dem italienischen Staat zugestanden, wenn sich ein unter mysteriösen Umständen beschlagnahmtes Anleihenpaket in Höhe von 134 Milliarden Dollar als echt erwiesen hätte.

Koffer, ddp

Betrug fehlgeschlagen: Die Wertpapiere in Höhe von 134 Milliarden Dollar, die italienische Zöllner im doppelten Boden eines Reisekoffers fanden, stellten sich als Fälschung heraus. (© Foto: ddp)

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Doch seit dem Wochenende steht fest, dass es sich bei dem Zufallsfund des italienischen Zolls um eine Fälschung handelt. Die in einem Koffer entdeckten Papiere seien mit Sicherheit nicht echt, teilte das amerikanische Finanzministerium mit.

"Es handelt sich nicht einmal um gute Fälschungen", sagte ein Sprecher. Die italienische Finanzpolizei hatte die vermeintlichen Wertpapiere Anfang Juni nahe der Schweizer Grenze im Reisegepäck zweier Japaner gefunden.

Gravierende Fehler

Den Fälschern unterliefen offenbar gleich mehrere gravierende Fehler. So druckten sie auf Inhaberobligationen, die aus der Zeit der Kennedy-Regierung stammen sollten - also aus den sechziger Jahren - eine Raumfähre, die 1981 zu ihrem ersten Flug startete. Außerdem übertraf der Wert der beschlagnahmten Bonds deutlich den gesamten Nennwert der echten Papiere.

Von den betroffenen regulären Anleihen befindet sich den Angaben zufolge insgesamt nur ein Volumen von 105 Milliarden Dollar in Umlauf. Zu dem Fund gehören zehn sogenannte Kennedy-Bonds zu je einer Milliarde Dollar (715 Millionen Euro) und 249 US-Staatsanleihen mit einem Nennwert von je 500 Millionen Dollar.

Zöllner hatten die Papiere im doppelten Boden eines Koffers entdeckt. Die Besitzer, den Angaben nach zwei Japaner, wurden vorläufig festgenommen, kurze Zeit später aber wieder freigelassen.

Noch vor einer Woche ging man bei der italienischen Finanzpolizei davon aus, dass zumindest ein Teil der Papiere echt sein könnte. Bei den Kennedy-Bonds gebe es Zweifel, aber der Rest der Anleihen scheine glaubwürdig zu sein, betonte Oberst Rodolfo Mecarelli. Sie bestünden aus Filigranpapier von ausgezeichneter Qualität. Außerdem liege den Papieren eine umfangreiche Bankdokumentation im Original bei.

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