Weniger Steuern auf Getränke Dänen sollen wieder in der Heimat Bier kaufen

Wegen hoher Getränkesteuern in der Heimat zieht es viele Dänen nach Deutschland: Dort decken sie sich mit Bier und Limonaden ein. Ein lohnendes Geschäft, das die Regierung in Kopenhagen nun beenden will.

Um die 15 Euro kann in Dänemark ein Kasten Bier kosten - ein Allerweltsbier, im Angebot. Wegen der hohen Preise zieht es die Dänen in Massen in das benachbarte Schleswig-Holstein, wo sie das Gebräu billiger bekommen. Doch auch für Limonaden müssen sie in Deutschland weniger bezahlen. Nahezu 60 Prozent der dänischen Haushalte - ob als Kurzausflug aus dem benachbarten Jütland und von der Insel Fünen oder aber auf der Rückreise aus dem Urlaub via Deutschland - decken sich mindestens einmal im Jahr in den deutschen Grenzmärkten wie dem Scandinavian Park an der Autobahn A 7 mit Getränken ein. 800 Millionen Euro werden dadurch nach Schätzungen der Industrie- und Handelskammer Flensburg pro Jahr umgesetzt. Die dänische Regierung will diesen Grenzhandel nun unterbinden - und selbst verdienen.

Vom 1. Juli an sollen Limonade und Bier deswegen billiger werden. Im Rahmen eines Wachstumsplans sollen die Steuern auf alkohol- und zuckerhaltige Getränke gesenkt werden. 2014 wird eine dänische 1,5-Liter-Flasche Cola knapp zwei Euro billiger sein als heute. Bei Bier ist die Abgabenminderung deutlich geringer.

Finanzminister Bjarne Corydon sagte dem Rundfunksender DR, die von einer breiten Parlamentsmehrheit getragenen Abgabensenkungen sollten dem dänischen Einzelhandel einen "kräftigen Wachstumsschub" bringen. DR zufolge könnten dänische Geschäfte durch die Neuerung mehr als 250 Millionen Euro zusätzlich einnehmen.