Von S. Boehringer, T. Öchsner und M. Völklein

Lebensversicherungen, Bundeswertpapiere, Zertifikate - in der Finanzkrise sollten Kunden ständig prüfen, was mit ihren Anlagen passieren kann.

Die Finanzkrise ist endgültig in Deutschland angekommen. Nach der staatlichen Rettung des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) und anderer europäischer Banken fragen sich immer mehr Menschen, wie sicher ihr Geld bei heimischen Banken ist. Anleger und Kreditnehmer sollten in der jetzigen Lage alle Konten und Anlageformen prüfen. Was dabei zu beachten ist:

Wann ist die Finanzkrise endlich ausgestanden? Ein Aktienhändler in Frankfurt am Main zeigt Humor - mit einem verfremdeten Dollar. (© Foto: dpa)

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Einlagensicherung

Deutschlands Banksystem ist in drei Säulen organisiert: Sparkassen, Genossenschaftsbanken (Volks- und Raiffeisenbanken) sowie die privaten Institute. Alle drei haben eigene Sicherungssysteme. Bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken funktioniert das so: Gerät ein Institut in Schieflage, springen die anderen bei und sichern so dessen Überleben ("Institutssicherung"). Die Privatbanken zahlen jährlich in einen Sicherungsfonds ein. Das System ist jedoch darauf ausgelegt, bei der Pleite einzelner Banken zu helfen. Bei einer Welle von Bankinsolvenzen käme wohl auch der Sicherungsfonds an seine Grenzen. Danach sieht es derzeit aber nicht aus.

Die EU verordnete allen Mitgliedsstaaten eine zusätzliche Mindestreserve. Diese ist gesetzlich garantiert. Sämtliche deutsche Banken, die nicht einer "Institutssicherung" angehören, müssen seit 1998 in diesen Topf einzahlen - die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Sie sichert 90 Prozent der Einlagen eines Sparers pro Bank, höchstens aber 20000 Euro. Sollte das Geld in dem Topf nicht ausreichen, hätten die anderen Banken eine "unbegrenzte und sehr rigide Nachschusspflicht", heißt es beim Bundesverband deutscher Banken (BdB).

Girokonten, Tages- und Termingeld

Für diese Einlagen gelten die jeweiligen Sicherungssysteme. Sollte die Finanzaufsicht Bafin aber ein Moratorium verhängen, weil ein Institut seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, haben Kunden keinen Zugriff mehr auf ihre Konten. Die EC- und Kreditkarte funktioniert nicht mehr. "Danach hat das betreffende Institut sechs Wochen Zeit, seine Liquiditätsprobleme zu lösen, ansonsten tritt der Entschädigungsfall ein", erklärt eine Sprecherin des BdB. Im jüngsten Entschädigungsfall der Bremer Weserbank im Frühjahr 2008 habe es dann noch weitere zwei Monate gedauert, bis die Kunden vollständig entschädigt wurden. Nach Angaben der Bundesverbände der Sparkassen und Genossenschaftsbanken hat es bislang noch nie einen Fall gegeben, in dem Kunden wegen einer Schieflage eines Instituts keinen Zugriff mehr auf ihre Konten hatten. Fazit: Wer mehrere Bankverbindungen hat, etwa bei einer Sparkasse, Volksbank und bei einem privaten Institut, hat die größte Gewähr, immer liquide zu bleiben.

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