Weiter mit Ackermann Auf den Spuren von Abs
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Josef Ackermann bleibt drei Jahre länger Chef der Deutschen Bank - auch weil er es versäumt hat, einen Nachfolger aufzubauen.
Alle Achtung! Josef Ackermann hat seinen Vertrag als Chef der Deutschen Bank einfach um drei Jahre verlängert - weil der Aufsichtsrat ihn darum gebeten hat. Das ist zumindest die offizielle Lesart. Inoffiziell dürfte aber auch klar sein: Ein Manager vom Schlage Ackermanns verlässt "seine" Bank nicht in Zeiten der größten Wirtschaftskrise seit 80 Jahren.
Macht einfach noch ein bisschen weiter: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.
(Foto: Foto: dpa)Einer wie Ackermann will die Sache abschließen. Und zwar möglichst gut.
Dabei hat er all die vergangenen Monate etwas ganz anderes erklärt. Für ihn, den pflichtbewußten Schweizer, sollte im Mai 2010 definitiv Schluss sein. Erst Anfang Februar, auf der Bilanzpressekonferenz, versicherte er aller Welt: "Die Hauptversammlung 2010 ist mit Sicherheit mein letzter Tag, das habe ich schon lange angekündigt, und daran wird nichts geändert."
Bei anderer Gelegenheit hatte der Gastprofessor in Frankfurt und London angekündigt, seine Erfahrungen weitergeben zu wollen, "an der Uni oder vielleicht im gesellschaftlichen Bereich". So war er offenbar im Gespräch, als eine Art Vorstandschef die Organisation des Weltwirtschaftsforums in Davos zu übernehmen, als Nachfolger des umtriebigen Klaus Schwab, der sich bei dem von ihm mitgegründeten World Economic Forum auf einen Posten als Ehrenpräsident zurückgezogen hätte.
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Jetzt kommt es anders. Jetzt erweist sich, dass der Manager, den sie "Joe" nennen, nicht gehen darf, weil keiner da ist, der all die Lasten aushält, mit denes es Deutschlands größtes Geldinstitut zu tun hat: Den Vorwurf der Gier beispielsweise, weil die Deutsche Bank partout weiter 25 Prozent Rendite machen will. Die Gefahr, dass sich Wertpapiere als Wertlospapiere erweisen. Den nötigen Umbau des Konzerns mit der nötigen Kalmierung der in der Vergangenheit arg mit Boni gedopten Investmentbanker.
Josef Ackermann, der Geheiligte des Finanzkapitalismus, hält solche Debatten offenber mit Schweizer Selbstbewusstsein aus. Nur einmal, immitten der erhitzten Debatte über den fehlgeleiteten Spekulationskapitalismus, erlitt er einen kleinen Schwächeanfall. Der Nervenstarke überstand sogar sein arrogantes Victory-Zeichen im Gerichtssaal beim Mannesmann-Prozess.
Eine ganz andere Frage ist, ob Mitarbeiter, Bürger und Anleger wirklich jubeln sollen, wenn eine solche Großbank allem Anschein nach zu einer One-Man-Show wird. Der Wortbruch des Spitzenmanagers, sein Abschied vom Abschied, zeigt: Ackermann ist die Deutsche Bank und die Deutsche Bank ist Ackermann.
Die Vertragsverlängerung um drei weitere Jahre bis 2013 zeigt, dass selbst der wohl erfolgreichste Banker Deutschlands nicht frei von Fehlern und Schwächen ist. Selbstkritisch müsste Ackermann einräumen: Er hat es versäumt, einen ihm ebenbürtigen Nachfolger aufzubauen. Nirgends gibt es einen Kronprinzen - dabei hat der Chef selbst mit seinen wiederholten, definitiven Abschiedsbekundungen erst die Nachfolgedebatten so richtig angeheizt und damit die Unruhe im Haus erhöht.
Eine kluge Unternehmenspolitik sieht anders aus. Die baut auf Kontinuität. In Frankfurt am Main aber scheint es unentwegt um die Macht zu gehen - und da erspart sich Ackermann, der verhindete Professor, bittere Monate als "lame duck".
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