Die Wertentwicklung hänge in hohem Maße vom Urteil der Weinjournalisten ab. "Wer Weine mit weniger als 95 Parker-Punkten kauft, dürfte Schwierigkeiten haben, sie später zu verkaufen", so Bosch. In die Kaufentscheidung sollte ihrer Meinung nach auch das Urteil anderer Kenner einfließen, wie etwa das des Schweizers René Gabriel zu den Bordeaux-Weinen.

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Auktionsergebnisse der Prädikatsweingüter. (© Tabelle: SZ)

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Das Fachblatt Weingourmet kürte Zillikens Auslese in diesem Frühjahr zum besten deutschen Wein des Jahres 2007. "Die Kritiker sind sich nicht immer einig", sagt Bosch. Deshalb gelte es auch, die eigene Urteilskraft zu schulen, heißt: "Viel lesen, trinken, preiswerte mit teureren Weinen vergleichen, Rat suchen bei guten Weinhändlern. Den eigenen Geschmack entwickeln und bilden." Anfänger sollten sich zunächst auf eine Rebsorte oder eine Anbauregion beschränken.

Die Lagerung von Auktionsweinen lässt sich nicht immer lückenlos nachvollziehen. Stammen sie aus privaten Beständen, ist die Gefahr von Qualitätseinbußen groß, weil die meisten Privatanleger kaum für angemessene Lagerbedingungen - eine gleichbleibende Temperatur zwischen acht und 17 Grad, liegende Lagerung, keine Sonneneinstrahlung, eine Luftfeuchtigkeit um 70 Prozent - sorgen können.

Die Herkunft allein garantiere keine hohe Renditen, sagt Bosch: "Selbst in den besten Lagen der renommiertesten Güter gibt es vielleicht in einem Jahrzehnt einen Jahrgang, der tolle Renditen verspricht." Diese Erfahrung müssen gerade jene gut 100 Anleger machen, die in den 1999 aufgelegten Weinfonds VB Bordeaux der Hamburger HypoVereinsbank-Tochter Blue Capital (mittlerweile fusioniert zu Wealth Cap) investiert haben.

Das Geld ist in 31 rote Bordeaux-Weine der Jahrgänge 1995, 1997, 1998 und 1999 angelegt. Der Verkauf läuft gerade. Zum Jahresende soll der Fonds im Volumen von knapp 1,6 Millionen Euro aufgelöst werden. "Es wird nicht so sein, dass der ursprünglich angekündigte Wertzuwachs von mindestens 50 Prozent eintritt", räumt ein Firmensprecher ein: "Die Anleger werden die investierte Summe herausbekommen und ein bisschen oben drauf." Spezielle Jahrgänge seien nicht so stark nachgefragt gewesen. Bei den Folgefonds sehe es besser aus.

"Ich habe immer davon abgeraten", sagt Bosch. Die Bordeaux der Jahrgänge 1991, 1993, 1997, 1998 und 1999 seien kleine Jahrgänge gewesen, "trinkbar, aber ohne großes Steigerungspotenzial". Einen Trost für Weininvestoren hat Bosch dann doch noch: "Wenn Sie Wein gerne trinken und lieben, haben Sie im Vergleich zu jeder anderen Investition einen charmanten Nebeneffekt: Ihnen bleibt das Fläschchen."

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(SZ vom 15.09.2007)