Bundesbank-Chef Axel Weber hat vor den Gefahren steigender Preise gewarnt. Der starke Euro biete hingegen keinen Anlass zur Sorge.
Bundesbankpräsident Axel Weber hat einer Zeitung zufolge einen weiteren Zinserhöhungsbedarf angedeutet. "Das Risiko, dass die Inflationsrate in Euroland dieses und nächstes Jahr über zwei Prozent liegt, ist nicht gebannt", sagte Weber der Frankfurter Rundschau.
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Die Europäische Zentralbank sieht bei einer Teuerung von knapp unter zwei Prozent mittelfristig Preisstabilität gewährleistet. Der starke Euro ist für Weber kein Grund zur Besorgnis.
"Für Exporteure belastet er ihre Wettbewerbsfähigkeit, für Importeure dagegen garantiert er günstige Einkaufspreise", antwortete er auf die Frage, ob der feste Euro ein Risiko darstelle.
Der Eurokurs habe Effekte in beide Richtungen. Daher sei der Wechselkurs zu Recht keine Zielgröße der Geldpolitik in einem großen Währungsraum. Die Erwartungen der Bundesbank zum Wirtschaftswachstum präzisierte Weber. Für 2008 schätzten es die Volkswirte der Bundesbank auf bis zu 1,75 Prozent, sagte er.
Mehr Transparenz notwendig
Bundesbank-Vorstand Hermann Remsperger hatte am Mittwoch in Frankfurt gesagt: "Im kommenden Jahr könnte die Wachstumsrate bei knapp zwei Prozent liegen." Als eine Schlussfolgerung aus der jüngsten Finanzmarktkrise forderte Weber, dass mehr Transparenz geschaffen werden müsse.
Deshalb blieben auch die Hedgefonds auf der Tagesordnung. Sie seien zwar nicht der Auslöser der Verwerfungen im Bankensystem gewesen. Einige Hedgefonds hätten aber "als deren Katalysator" gedient.
Weber sprach sich zudem dafür aus, dass die Ratingagenturen über eine neue Rating-Skala nachdenken. Für die Bewertung komplexer Finanzprodukte wie CDOs (Collateral Debt Obligations) "könnte eine neue Ratingnomenklatur angezeigt sein", sagte er.
So könnte neben dem Adressenrisiko auch das Liquiditäts- und Marktrisiko berücksichtigt werden. Außerdem plädierte er dafür, die neue Regulierung für die Banken, Basel II, rasch umzusetzen.
"Mit Basel II haben wir schon lange eine bessere Regulierung in Vorbereitung", sagt Weber. Viele Banken hätten strukturierte Finanzprodukte außerhalb der Bilanz geführt und konnten so das Risiko verstecken. Basel II erschwere das Führen außerbilanzieller Vehikel und erhöhe die Transparenzanforderungen.
(sueddeutsche.de/Reuters)
DFB-Pleite gegen die Schweiz
Der Preisanstieg in Deutschland liegt derzeit stark am Anstieg der Lebensmittelpreise. Die Verteuerung im Energiebereich wird durch den überbewerteten Euro aufgefangen.
Es fraglich, ob das Instrumentarium der Bundesbank und der EZB geeignet ist diese Preiskomponenten zu beeinflussen. Essen und Trinken ist lebesnotwendig, egal ob 1% oder 5% Inflation. Der Verbraucher muß zugreifen. Der Komplex Energie, ins Bewußtsein gerückt durch die ölnotierungen ist ebenfalls wenig beeinflußbar durch die EZB. Allenfalls durch ein brutales Abwürgen der Konjunktur in Deutschland und Europa kann die europäische Nachfrage und damit möglicherweise der Preis beeinflußt werden. Wärme und damti Heizen ist aber trotzdem notwendig. Auch Herr Weber möchte bestimmt nicht in seinem Büro frieren.
Die Nachfrage nach Energie und anderen Rohstoffen wird immer mehr durch China und Indien hervorgerufen. etwa 2,5 Milliarden Menschen leben in diesen beiden Ländern, etwa 40% der Weltbevölkerung. Diese wachsende Nachfrage wird durch äußerungen seitens Bundesbank und EZB wenig beeindruckt.
Eine Idee könnte allerdings hinter dem Gerede von Inflationssorgen stecken. Damit könnte die Zinserwartung der Märkte kurzfristig pro Euro und damit Anti-Dollar eingestellt werden. Die Energiekomponenente in der Preisstatistik bleibt zunächst gering. Später dann, wenn die restlichen Preiskomponenten statistisch verarbeitet sind, kann der Euro wieder fallen, statistisch fällt es nicht so auf (Basiseffekt) und die Hüter der Preis- und Währungsstabilität haben etwas, das sie sich an die Brust heften können!
... so sei nur erwähnt, daß dieser z. Zt. mit 1,5 Billionen (!) verschuldet ist, über 65 Mrd. jährlich für Zinsen aufzubringen hat, und daß dessen tatsächlicher Nettoertrag allmählich trotz steigender Steuern gegen 0 geht!
Leider ist allgemein nicht bekannt, daß nicht der Staat, nicht die Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger die unbezahlbaren Sozialschmarotzer sind, sondern daß der Kapitaldienst, sprich, díe Zinsen, nicht mehr aufzubringen sind.
So müssen, bei einer Rendite von nur 6%, ungefähr 32 Millionen Menschen in Arbeiterhaushalten 40% ihres sauer verdienten Geldes abführen, um allein die Zinseinkünfte der 1000 reichsten Erdenbürger zu bedienen. So sieht es aus!
Und da die Zinseszinskurve finanzmathematisch eine EXPONENTIELLE Richtung aufweist und momentan im Steilflug nach oben ist, wird in nächster Zukunft der Arbeitsertrag durch den leistungslosen Kapitalertrag zum Unerträglichen hin belastet.
Dort befindet sich also der wahre Feind!
Steigende Zinsen werden diesen Prozeß natürlich beschleunigen.
ich schrieb" durchaus nachfrageinduziert", habe leider das"auch" unterschlagen. Sorry.
Nichtsdestotrotz stecke ich seit 15 Jahren nicht mehr in den Anfängen von BWL etc.
und halte von wirklichkeitsfremden Theoremen auch nicht viel, aber wenn ein halberProzentpunkt Zinssteigerung einen Haushalt in die überschuldung treibt, ist schlecht gewirtschaftet worden und das liegt meistens daran, dass der Konsum selten der Ratio folgt. Wenn über Konsumzurückhaltung geklagt wird ist das meistens bereits die Folge bzw. die Erkenntnis, dass das Einkommen mit den Kreditkosten überfordert ist also ein postrationale Handlung.
Recht geben muss ich Ihnen mit den Preissteigerungen z.B. auf dem Energiesektor, welche die Inflation ebnfalls in die Höhe treiben werden und gleichzeitig vielen Unternehmen wieder einen Vorwand für weitere Preissteigerungen liefern wird.
Ironie beiseite, ernsthafte Diskusion:
Preissteigerung Energie: Der Energieverbauch der letzten Jahre ist relativ stabil. Von sparen kann hier nicht die Rede sein. Das Problem: Steigende Nachfrage in aufsteigenden Regionen (China etc.) lassen die Weltmaktpreise steigen. Auch der Umstieg auf erneuerbaren Energien kostet Geld. Und der Staat hat die Ökosteuer auf Energie eingeführt. Das alles führt zu höheren Preisen.
Preissteigerung Wasser: Hier hat der Verbrauch zum Teil deutlich abgenommen. Nutzt den Verbrauchern aber nichts, da die Kosten insgesamt ähnlich hoch sind wie früher. Die Kosten müssen auf weniger Wasserverbrauch umgelegt werden: Die Preise steigen.
Nun, als ich noch mit BWL und VWL ganz in den Anfängen steckte, habe ich auch das alles geglaubt, und der Begriff "Marktmechanismus" war für mich ein Evangelium. Mir kann keiner erzählen, daß die akut zu beobachtenden enormen Preiserhöhungen nachfrageinduziert, also vom Kunden gemacht sind. Im Bereich Energie, Wasser usw. sparen die Menschen wo es nur geht, trotzdem klettern die Preise unermüdlich. Im übrigen wird seit einiger Zeit die Konsumzurückhaltung der Verbraucher beklagt. Von einer Konsumgier kann also keine Rede sein.
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