Die Euro-Finanzminister finden klare Worte: Die USA, China und Japan sollen ihre Währungen stabilisieren. Über den starken Euro sind sich die Minister allerdings nicht ganz einig.
Nachdem der Euro von Rekord zu Rekord eilt, wollen Europas Finanzminister wirtschaftliche Schäden wie einen Einbruch des Exports vermeiden. Ungewohnt deutlich fordern die EU-Staaten China, Japan und die USA auf, ihre Währungen zu stabilisieren. Auf Entgegenkommen können sie aber kaum hoffen.
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Nach einer Sitzung der Euro-Finanzminister machte deren Vorsitzender Jean-Claude Juncker unter den Weltwährungen drei Problemfälle aus: "Erstens China, zweitens der Dollar, drittens der Yen." In einer Aktion ohne Vorbild will Juncker noch dieses Jahr mit Zentralbank-Präsident Jean-Claude Trichet und EU-Währungskommissar Joaquín Almunia nach Peking reisen, um mit der Regierung zu sprechen.
Der Euro war am 1. Oktober auf einen neuen Rekordstand von 1,43 US-Dollar gestiegen. Weil der Yuan an den Dollar gekoppelt ist, kletterte der Euro auch im Verhältnis zur chinesischen Währung. In das Land geht inzwischen ein Viertel aller deutschen Asien-Exporte. "Wir werden unseren chinesischen Freunden nahebringen, was wir von den Wechselkursen halten", sagte Juncker. "Wechselkurse sollen die wirtschaftlichen Eckdaten widerspiegeln".
Peking bleibt hart
Die amerikanische Regierung drängt Peking seit längerem, die Währung gemäß den realen Wirtschaftsverhältnissen steigen zu lassen. Für Europa ist diese starke Aufforderung dagegen neu.
Währungskommissar Almunia sagte am Dienstag, eine Aufwertung des Yuan würde das "weltweite Ungleichgewicht" beseitigen. Der Yuan gilt als stark unterbewertet. Dies erleichtert China Exporte und fördert das wirtschaftliche Wachstum, während es Ausfuhren Europas oder der USA erschwert. Ein Sprecher des Außenministeriums in Peking erklärte allerdings umgehend, das Land wolle bei seiner Währungspolitik bleiben.
Die Euro-Finanzminister nahmen auch den japanischen Yen ins Visier. Die japanische Wirtschaft sei auf dem Weg der Erholung, das sollte sich auch bei der Bewertung des Yen widerspiegeln, sagte Juncker. Ungewöhnlich deutlich äußerten sich die Minister zum Dollar: "Wir haben mit großer Aufmerksamkeit zur Kenntnis genommen, dass die amerikanischen Behörden erneut bestätigt haben, dass ein starker Dollar im Interesse der US-Wirtschaft ist", erklärte Juncker. Es ist zu erwarten, dass die Europäer ihre kritische Haltung beim Treffen der sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) in anderthalb Wochen in Washington vertreten.
Allerdings gibt es in der Wortwahl durchaus Unterschiede. Die französische Regierung warnt seit langem lautstark vor einem starken Euro und Einbußen für europäische Exporteure. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) vermied dagegen, den Euro herunterzureden. Es gebe zwar in einigen Branchen in Deutschland Probleme wegen des Euro-Höhenflugs. Generell sei die deutsche Wirtschaft aber weniger anfällig für Wechselkursschwankungen als andere Länder.
Lieber stark als schwach
"Mir ist ein starker Euro lieber als ein schwacher Euro", sagte Steinbrück. Weniger als zehn Prozent der deutschen Exporte gehen in die USA. Fast die Hälfte der Waren werden in Euro-Staaten verkauft, wobei es kein Währungsrisiko gibt.
Die EU-Finanzminister prüfen in den nächsten Monaten, welche Konsequenzen sie aus den Turbulenzen an den Finanzmärkten durch die Ausfälle am US-Immobilienmarkt ziehen. Untersucht wird unter anderem die Rolle von Hedge-Fonds und die Bilanzierung von verbrieften Risiken, die bisher in Zweckgesellschaften außerhalb der Bücher geführt werden.
Ein Thema wird auch die Rolle der Ratingagenturen sein, die in den vergangenen Monaten riskante Immobilienforderungen mit hohen Bonitäten bewertet hatten. Ihnen wird vorgeworfen, Anleger unzureichend über Risiken aufgeklärt zu haben.
(SZ vom 10.10.2007)
Bruce Springsteen in Frankfurt
Welchen Unterschied macht es, ob wir öl in Dollar oder Euro abrechnen? Keinen besonderen. Und die Welt in Händen halten? Diese Zeiten sind für Europa vorbei.
"Wir könnten die Welt in unserern Händen halten, wenn wir nicht so indrovertierte Politiker and Manager hätten, die in der Lage wären spanisch zu sprechen und sich wie ein Spanier zu geben. "
Einerseits gebe ich Ihnen Recht. Nur liegt das Problem nicht am Lernen von Spanisch. Die Mentalität wird ein Deutscher ohnehin nicht lernen können, sondern nur versuchen zu verstehen. Natürlich kommt man so mit Leuten in's Gespräch, weckt Interesse und der Rest läuft dann auch.
Das Problem in D ist ein anderes. Wenn Sie ausländische Gäste zu Besuch haben, dann sind sie im Normalfall interessiert. Wie es im Land läuft, wie verschiedene Dinge sind, usw. Wenn ein "durchschnittlicher Deutscher" irgendwo hinkommt, dann mockiert er sich erstmal. Wie mieß doch alles ist und wie toll alles daheim ist.
Ein Beispiel: Fahren Sie mal in das spanische Kernland, fernab von Touristen. Wenn Sie 20:00 Uhr eingeladen werden, dann sollten Sie eben nicht vor 21:00 Uhr kommen. Muss man nicht verstehen, es ist eben so. Natürlich könnte man sich auch über die unzuverlässigen Spanier aufregen und dass dort ja von daher schon garnichts werden kann.
Digifan: ja stimmt
Aber das Problem liegt bei Beiden. Hätte man mit der Einführung des Euros sich nicht selbst beweihräuchert, sondern sich die Frage gestellt wie bekommen wir "Ihn" in die Welt.
Spanien macht es richtig, aufgrund der Sprache sind führende Politiker öfters in Mittel-und Südamerika wie in Deutschland. Ist doch klar wegen der Herkunft und der Sprache. Allein in Brazilien wächst die Elektronik mit 8% ca. pro Jahr. Also geht man dort Ihn wo ein hohes Wachstum ist. Fast gleiche Mentalität hilft da einem weiter.
Hätte man ein besseres europäisches Verhältnis zu den arabischen Ländern, wäre der ölpreis nicht in Dollar sonder in Euro. Man denkt zwar immer laut darüber nach aber trauen tut man sich nicht.
Wir könnten die Welt in unserern Händen halten, wenn wir nicht so indrovertierte Politiker and Manager hätten, die in der Lage wären spanisch zu sprechen und sich wie ein Spanier zu geben.
Aber Jammern ist ja viel einfacher als Lernen. Die Chinesen werden drauf pfreifen den mit Ihren Währungsreserven könnten die uns locker drei mal aufkaufen und unsere Gesamtschulden von 1,5 Billionen Euro bezahlen.
Was hat man vor 10 Jahren nicht nach dem Euro gerufen, damit man endlich einen gemeinsamen Währungsraum hat und von der Schwankungen des Dollars unabhängig wird. Was hat man 1999, 2000 nicht über einen schwachen Euro gejammet, weil die Importe damit so teuer werden. Heute ist der Euro mal stark und man jammert wieder. Was will man eigentlich?
Kann sich die Wirtschaft nicht selbst ein gewisses Versagen vorwerfen? Warum hat man es in den letzten 9 Jahren nicht geschafft, die Exporte aus Europa auf Euro umzustellen? Mit Ausnahme im wesentlichen der USA gäbe es genügend Länder, denen das entgegenkommen würde. Wieviel Prozent der Exporte gehen überhaupt in die USA? Und wie groß ist die Einsparung beim Import von Rohstoffen?
Aber schon um alleine die Fragen zu beantworten, müsste das Topmanagement ja mal was konkretes tun. Jammern und Rumheulen geht doch da viel einfach.
Mal sehen wie lang China ihre Währung noch schwach halten kann. Irgendwann müssen sie ihre Währung deutlich aufwerten. Um Dollar und Yen würde ich mir weniger sorgen machen. Die sind frei handelbar und werden schon wieder steigen.
Paging