Wandelanleihen wie des Solarunternehmens Solon und des Immobilienkonzerns IVG sind oft niedrig verzinst, bieten aber hohe Gewinne bei Rückzahlung - und das sogar steuerfrei
Mit deutschen Anleihen sind derzeit im Schnitt kaum mehr als vier Prozent pro Jahr zu verdienen. Es sei denn, Anleger machen sich auf die Suche nach besonderen Papieren jenseits von Staatstiteln. Der Lohn dafür können mehr als doppelt so hohe Prozente sein, freilich nicht risikolos. Ein Beispiel hierfür bieten derzeit einige Wandelanleihen, die nur auf den ersten Blick recht unattraktiv erscheinen.
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Solarfeld mit Solon-Zellen: Unattraktiv nur auf den ersten Blick. (© Foto: dpa)
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Etwa das Papier der Berliner Solon AG. Solon ist einer der großen Hersteller von Solarzellen mit Fabriken in Europa und den USA. Der Kurs der Anleihe ist innerhalb von neun Monaten von 100 auf 70 Prozent gefallen. Derartige Abstürze verzeichnen meist nur Titel unsicherer Schuldner. Solon dagegen wächst stark, hat fast eine Milliarde Euro Umsatz und fährt Gewinne ein.
Im Dezember 2007 waren die Solon-Strategen besonders clever: Sie gaben eine Anleihe über 200 Millionen Euro aus. Weil die Begeisterung für Solar-Aktien damals keine Grenzen zu kennen schien, gaben sich Anleger mit einer Verzinsung von 1,375 Prozent pro Jahr für diese Anleihe zufrieden. Zum Ausgleich für den Minizins wurde ihnen das Recht eingeräumt, bis November 2012 im Tausch für jeweils 1000 Euro Anleihe-Nennwert 10,5 Stück Solon-Aktien bekommen zu können. Der Umtauschkurs beträgt also rund 95 Euro. Das Papier ist eine sogenannte Wandelanleihe.
50 Prozent Gewinn - steuerfrei
Seither hat die Begeisterung für Solar-Aktien deutlich nachgelassen : Der Solon-Aktienkurs ist von mehr als 90 auf kaum mehr als 40 Euro abgesackt. Niemand wandelt unter diesen Umständen die Solon-Anleihe in Aktien. Deshalb ist der Kurs der Anleihe abgestürzt; so weit, bis sich das Papier auch ohne den vermeintlichen Umtauschanreiz rechnet. Wer jetzt kauft, bezahlt 700 Euro für 1000 Euro Nennwert. Jeweils zu Nikolaus gibt es dafür 13,75 Euro Zinsen. Umgerechnet auf den niedrigen Kaufkurs ist der Nikolaus-Zins weniger, als herkömmliche Sparbücher abwerfen.
Der besondere Reiz der Solon-Wandelanleihe liegt in der Rückzahlung. Die steht für den 6. Dezember 2012 an - und zwar nicht nur - wie sonst üblich - zu 100 Prozent, sondern zu 108,63 Prozent. Der erhöhte Rückzahlungskurs wird dann fällig, wenn die Solon-Aktie in vier Jahren nicht mindestens bei 95 Euro steht; wenn es sich für Gläubiger also nicht lohnt, die Anleihe in Aktien zu tauschen.
In kaum mehr als vier Jahren wachsen 700 Euro unter Umständen also nicht nur auf 1000 Euro an, sondern auf 1086,30 Euro; macht 50 Prozent Gewinn - und das steuerfrei. Die Rendite pro Jahr liegt damit weit über zehn Prozent. Die Gefahr, dass Solon Ende 2012 nicht zahlen kann, ist aus heutiger Sicht gering. Die AG verfügt derzeit über ein Eigenkapital von fast 400 Millionen Euro.
Lesen Sie im zweiten Teil, mit welcher weiteren Anleihe Anleger möglicherweise viel Geld verdienen können.
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Christopher Lee zum 90.