Vorsorge im Alter Wie bekommt man den Pflege-Riester?

Momentan können die Versicherer jedoch Kranke abweisen. Weil sie das beim Pflege-Riester nicht mehr dürfen, werden die Prämien wahrscheinlich höher ausfallen. Gemindert wird dieser Effekt aber durch eine fünfjährige Karenzzeit. Das heißt: Nach Abschluss einer Versicherung muss man fünf Jahre einzahlen, bevor man eine Leistung erhalten kann.

Der Beitrag für den Pflege-Riester wird nach Angaben von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) mindestens 120 Euro im Jahr kosten. Das Pflegetagesgeld in der Stufe III solle damit mindestens 600 Euro im Monat betragen.

Was übernimmt der Pflege-Riester?

Das hängt von dem Vertrag ab. Es soll möglich sein, ein geringeres Tagegeld zu vereinbaren oder keine Zahlungen für die Pflegestufen I oder II zu vereinbaren. Die Versicherer dürfen aber keine Risikozuschläge erheben oder Leistungen ausschließen. Maximal aber soll der Pflege-Riester ein Tagesgeld absichern, das den maximalen Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung entspricht.

Wie bekommt man die Förderung?

Die Förderung bekommt jeder, der einen geeigneten Vertrag abschließt. Die Verträge werden vom Verband der Privaten Krankenversicherer überprüft und dürfen dann vertrieben werden. Die staatliche Förderung wird dann in einem Jahresbeitrag sofort an die Versicherungskonzerne überwiesen. Der Versicherungsnehmer muss lediglich seinen Beitrag zahlen.

Wie viel Geld will der Staat ausgeben?

Bahr hat mit Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) jährliche Ausgaben von 100 Millionen Euro für das erste Jahr vereinbart. Es hängt von der Zahl der Abschlüsse ab, ob diese Summe unter- oder auch überschritten wird. Sie würde für gut 1,6 Millionen neue Verträge ausreichen. Bei hoher Nachfrage würden aber auch zwei oder drei Millionen Versicherungen gefördert. Die Kosten stiegen dann entsprechend.

Entlastet der Pflege-Riester die gesetzliche Pflegeversicherung?

Nein. Der Pflege-Riester ist lediglich eine Ergänzung. Er dient nur dazu, die nicht getragenen Kosten abzudecken. Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn sprach sich deshalb im Namen der jungen Unionsabgeordneten für eine weitere Finanzreform der Pflege aus: "Die private Pflege-Vorsorge ersetzt die Notwendigkeit einer allgemeinen Kapitalrücklage in System der Pflegeversicherung nicht."

Was sagen die Kritiker?

Die SPD warf Bahr vor, lediglich der Versicherungswirtschaft ein zusätzliches Geschäft verschaffen zu wollen. Die Grünen nannten die Pläne beschämend. Der Paritätische Wohlfahrtsverband sprach von einem Abschied von der sozialen Pflegeversicherung.