Vorschlag aus dem Finanzministerium: Bei der Kfz-Steuerreform müssten ausgerechnet Spritschlucker weniger Kfz-Steuer zahlen.
Ursprünglich sollte die Steuerreform das Gegenteil bewirken. Die Ausrichtung an den Kohlendioxid-Emissionen sollte dazu führen, dass Autos mit hohem Verbrauch im Vergleich zu sauberen Fahrzeugen wesentlich teurer werden. Doch internen Berechnungen der Bundesregierung zufolge, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, wären für eine Luxuslimousine vom Typ Audi A 8 - mit 4,1-Liter-Maschine und einem Kohlendioxid-Ausstoß von 249 Gramm je Kilometer - vom 1. Juli an nicht mehr 648 Euro Steuern fällig, sondern nur noch 558 Euro. Das Ziel der Steuerreform wäre damit ins Gegenteil verkehrt.
Kommt alles anders? Ursprünglich wollte die Regierung Spritschlucker stärker zur Kasse bitten. (© Foto: dpa)
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Grund für die Erleichterung ist die geplante Konstruktion der Steuer, die sich künftig nach Emissionen und Hubraum richten soll. Danach sollen zwar alle Neuwagen künftig je nach CO2-Ausstoß besteuert werden, sodass Besitzer von Autos mit hohem Verbrauch mehr zahlen als solche, die sparsame Autos fahren. Oberhalb eines Ausstoßes von 120 Gramm je Kilometer kostet jedes Gramm zwei Euro Steuern. Doch bei besonders großen Autos wird die Mehrbelastung durch Nachlässe an anderer Stelle mehr als ausgeglichen. Der Grund: Für den Hubraum müssen die Autofahrer nur bis zu einer Grenze Steuern zahlen.
Entwurf im Endstadium
So sollen für Autos mit Otto-Motor je 100 Kubikzentimeter Hubraum zwei Euro gezahlt werden, für Diesel-Fahrzeuge zehn Euro. Doch wer einen Benziner mit mehr als 2,5 Litern Hubraum fährt, zahlt höchstens 50 Euro Hubraum-Anteil. Ähnliches gilt für Diesel-Autos: Ab drei Litern Hubraum steigt die Steuer nicht mehr. Ob ein Motor drei Liter Hubraum hat oder sechs, zählt nicht. Allerdings verbraucht ein Auto um so mehr, je größer der Hubraum ist.
Berechnungen der Bundesregierung zufolge spart etwa der Fahrer eines Audi Quattro Q 7 mit knapp sechs Litern Hubraum dadurch künftig fast 300 Euro. Statt 926 Euro zahlt er nur noch 656 Euro. Dagegen ermäßigt sich die Steuer eines vergleichsweise sauberen VW Golf mit 1,4-Liter-Ottomotor nur um bescheidene acht Euro - von 94 auf 86 Euro.
Nach SZ-Informationen sind die Pläne auf Regierungsebene schon weit gediehen. Eine Staatssekretärsrunde besprach sie Anfang der Woche - allerdings in Abwesenheit des Bundesumweltministeriums. Danach ging der Entwurf in die Ressortabstimmung. "Der Entwurf ist im Endstadium", hieß es. Große Veränderungen seien nicht zu erwarten. Das Finanzministerium selbst wollte sich nicht äußern. "Es gibt noch keine endgültig abgestimmte Regierungsposition", sagte ein Ministeriumssprecher.
Eklat zeichnet sich ab
Innerhalb der Regierung allerdings droht ein Eklat. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) will den Koalitionskompromiss so nicht billigen. Damit allerdings müsste er sich auch gegen seine Parteifreunde Peer Steinbrück und Wolfgang Tiefensee stellen. Der Finanz- und der Verkehrsminister tragen den Entwurf mit.
Auch in der SPD-Fraktion regt sich Widerstand. "Das eine umweltorientierte CO2-Steuer zu nennen, wäre lächerlich", sagte SPD-Fraktionsvize Ulrich Kelber der SZ. Stattdessen könne etwa der Steuersatz für den CO2-Ausstoß ab einer bestimmten Grenze steigen. Die Bundesregierung ringt schon seit drei Jahren um eine Reform der Kfz-Steuer.
(SZ vom 22.01.2009/mel)
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Ach, das war doch nur so daher gesagt für die Umweltfreaks.
Geplant war das nie. Nicht von dieser Lobby-Regierung.
Hat Euch die Industrie Platt gemacht. Nie im Leben dürft Ihr den alten Zustand zementieren. Macht nur eine Co2 - Steuer, sonst haben wir uns umsonst bemüht, verkaufen weiter die längst überfälligen Schrotwagen, schwerer,teurer,dreckiger, und schaden unsere Umwelt, unserer Volkswirtschaft und Éuch selbst. Nutzt bdie Chance jetzt, zeigt was eine Regierung kann und lasst Euch nicht unterkriegen vo den ewig Gestrigen. Es ist höchst Zeit
. Walter Frank
diesen Blödsinn verbreitet- Q 7, M5, X 5 und die Großkarossen seiner näheren südlichen Heimat stehen ja auf dem Spiel- welchen Lobbyistenkenner wundert das ? Die begnadeten und hochbezahlten Visionäre in den Think-Thanks der Technikhochburgen haben alle gepennt, oder sich dem Diktat der Kapitalakkumulation, 25% Rendite ,der Shareholder, unterordnen müssen Dumm !.Jetzt müssen sie an den Tropf des Steuerzahlers, weil ihre Wahnsinns-Geistes -ausgeburten s.h. oben, sich in Alpträume verkehrt haben.Und wie bleierne Enten unverkäuflich in den Verkaufspalästen rumstehen werden, mit denen das schöne Geld verdient worden ist. So`n A 2 , schon vor 10 Jahren konzipiert mit 4 Liter auf 100 Km und 120 Co 2 hat doch keinerichtige Rendite gebracht. Also weg damit 2006 ! Dumm, oder ? Daimler verdient das ganze, liebe Geld fast allein mit der S-Kasse! Und jetzt ? Was kommt, wenn die Leute plötzlich sagen: " Klein ist fein ".
Da muß nachgeholfen werden. Der Steinbrück hält sich doch erstmal zurück, um die Resonanz im Volk abzuwarten. Gabriel kontert aber schon, was daauf hinweist, dass der vermutlich einmal mehr " den Schwanz einziehen" muß. Die Umverteilung von unten nach oben , wo jetzt trotz anzunehmender Zockerverluste noch genug übrig geblieben ist ,hatte ja gerade den Sinn,die Luxusträume dieser Gesellschaftsschicht überleben zu lassen. Zu unserer aller Wohl. Prof Unsinn: " ungerecht lebt es sich besser " !
Sie sprechen den alles entscheidenden Punkt an: das gilt überhaupt nicht für Gewicht! gerne soll man das Fahrzeuggewicht im Individualverkehr besteuern oder die Schadstoffe pro transportiertem kg Nutzlast. ich wies schon einmal auf dem blog www.cabrio.tv hin, wo das diskutiert wurde.
-----kleiner Tip: bitte mal die Unterschiede in der Semantik betrachten. Ach, ich vergass: bitte mal die Unterschiede im Satzbau beachten. Das erhellt ungemein. Auch Sie. ------
Lassen Sie doch nicht so Ihre angeblich "ach so hohe Bildung" hier mir gegenüber raushängen, denn im Deutschen wird Tipp so geschrieben und unter Semantik interpretiere ich etwas mehr als Sie mit "Unterschiede im Satzbau". :o))))
Paging