Der Staat ist nicht der bessere Banker. Daher muss er bei einem Einstieg in Banken gleich an den Ausstieg denken. Sonst ist die nächste Krise programmiert.
Als im Sommer 2008 die Finanzmarktkrise mit Wucht über die westliche Welt hereinbrach, da staunten deutsche Politiker nicht schlecht.
Ziehen sich bereits neue Gewitterwolken über Frankfurt zusammen? Wenn der Bund Banken verstaatlicht und sie zur Kreditvergabe zwingt, legt er den Grundstein für die nächste Krise. (© Foto: dpa)
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Während sie daheim noch debattierten, welche Hilfsprogramme ordnungspolitisch überhaupt zulässig sind, ging ausgerechnet in der Heimstatt des Kapitalismus alles ganz schnell.
Ohne viel Federlesens zwangen die Regierungen der USA und Großbritanniens ihren Banken öffentliches Geld auf und verstaatlichten sie im Gegenzug ganz oder teilweise. Die Koalition in Berlin hingegen setzte schließlich auf Freiwilligkeit.
Welcher Weg am Ende erfolgreicher sein wird, lässt sich noch nicht sagen. In Deutschland haben die Rettungspakete der Regierung trotz aller Mängel zumindest dazu beigetragen, die Branche zu stabilisieren und Chaos zu verhindern.
Nun aber dräut das nächste Problem: Die Banken vergeben so wenig Darlehen, dass insbesondere die Industrie immer größere Schwierigkeiten hat, nötige Investitionen zu finanzieren. Es ist deshalb richtig, dass in der Koalition auch bereits verworfene Konzepte neu überdacht werden.
Die Zwangsbeglückung birgt Gefahren
Die angelsächsische Idee der Zwangsbeglückung ist dabei ein denkbares Modell, das aber auch Gefahren birgt: Zwingt der Staat als Aktionär die Bank aus übergeordneten volkswirtschaftlichen Erwägungen, betriebswirtschaftlich widersinnige Kredite zu vergeben, legt er damit den Grundstein für die nächste Krise.
Wer verstaatlichen will, braucht zudem schon heute eine Strategie für den Ausstieg. Denn es gibt langfristig gesehen keinen Grund anzunehmen, dass Politiker die besseren Banker wären.
Das hat das peinliche Millionengeschenk der Bundesländer Schleswig-Holstein und Hamburg an den Chef der HSH Nordbank gerade wieder bewiesen.
(SZ vom 20.07.2009/kfa)
DFB-Pleite gegen die Schweiz
Ich finde das super, dass der Staat Schulden aufnimmt (bei reichen Banken) und dann damit arme Banken stützt.
Ergänzt wird dies dadurch, dass Banken nicht so gut gehende Papiere bündeln und in "Bad Banks" ausgliedern dürfen. Damit werden die reichen Banken noch risikoärmer, können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, z.B. dem Staat Geld leihen, und der Staat kann sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren, und die ausgegliederten "Bad Banks" stützen, mit dem Geld, das er sich von den reichen Banken geliehen hat.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Die Bürger können dank liquider Banken wieder Kredite aufnehmen, und anschließend dafür Zinsen zahlen und parallel dazu noch Steuern zahlen, die sie deshalb zahlen, weil der Staat ihrer Bank unter die Arme greift, oder weil der Staat bei ihrer Bank Schulden hat, um eine andere Bank zu stützen.
So, oder so ähnlich. Und was passiert wenn jetzt die Banken teilweise oder ganz verstaatlicht werden? Leiht sich dann der Staat selbst Geld von sich selbst und zahlt dafür Zinsen an sich selbst...äh ich bin überfordert.
Banken dürfen kein Geld aud der Luft schöpfen? Können sie natürlich auch nicht. Oder gibt es hier jemanden der das kann?
Banken dürfen kein Geld "aus der Luft schöpfen" Wieso erzahlen sie hier solche Lügen?
"den Rest des Kredites können sie einfach hochbuchen" Man kann in einer Bilanz nicht einfach etwas hochbuchen. Wieso erzählen sie solche Lügen?
"selber das Kreditgeld schöpfen und damit Zinsen reinverdienen und den Staatshaushalt bezahlen kann"
So wie im Ost-block? Hat ja dort ganz gut funktioniert mit Staatlichen Banken die kommunistischen Staatshaushalte zu finanzieren.
Denn darauf kommt es überhaupt nicht an.
Es kommt darauf an, ob der Steuerzahler den Banken weiterhin die Kontrolle über die Geldschöpfung ( Giralgeldschöpfung) überläßt.
Wie kommt der Steuerzahler dazu, daß der Staat sich BEI den Banken verschuldet und diesen Zinsen dafür zahlt? Banken verleihen Geld, was sie nicht auf der Tatze haben müssen, sondern "aus der Luft schöpfen" dürfen, indem sie einfach nur auf einem Bankkonto ein abhebbares Guthaben eintragen?
Die Banken müssen nur die Eigenkapitalquote besitzen, und die Mindestreservevorschriften einhalten, den Rest des Kredites können sie einfach hochbuchen ( für Buchhalter: auf der anderen Seite der Bilanz steht die Staatsanleihe oder der Schuldschein des Kreditnehmers)
So können Banken aus 1 Euro Zentralbankgeld, das sie entleihen, Kreditgelder in Höhe von mindestens 10 Euro ( real bis zum 50fachen) auffächern und an alle Nichtbanken, inklusive Staat, gegen Zinsen verleihen.
Da NUR die Banken und nicht der Staat (obwohl er der Gesetzgeber ist) das Recht zur Kreditgeldschöpfung hat, haben die Geschäftsbanken auf diese Weise die Geldversorgung der gesamten, von ihr abhängigen Wirtschaft in der Hand.
Das muß ein Ende haben.
Wie kommen wir als Steuerzahler dazu, uns von den Banken Geld leihen zu müssen und uns bei diesen zu verschulden, wenn der Staat (mit einem gesetzlichen Federstrick in Form von Bankenverstaatlichung) selber das Kreditgeld schöpfen und damit Zinsen reinverdienen und den Staatshaushalt bezahlen kann?
Zitat: "Die Koalition in Berlin hingegen setzte schließlich auf Freiwilligkeit.
Welcher Weg am Ende erfolgreicher sein wird, lässt sich noch nicht sagen."
Wenn Sie dass tatsächlich nicht wissen, nun dann sollten Sie vielleicht keine Kommentare mehr schreiben. Setzen wir doch einfach mal in der jüngsten Geschichte an. Wann hat je die Freiwilligkeit in der Wirtschaft in den letzten Jahren zu den erwünschten Ergebnissen geführt?
Lebensmittelkenzeichnung, Stichwort Ampel?
Automobilbau, Stichwort Emissionsreduktion bei Kfz auf 140g/km bis 2008
usw.
Die Liste ist beliebig erweiterbar. Eine Endlose Reihe wertloser Lippenbekenntnisse!
Wie soll Freiwilligkeit in einem von blanker Gier und Selbstsucht getriebenem Wirtschaftssektor wie den Finanzsektor etwas bringen?
Am Ende wird das Konzept der Amis und Engländer das bessere gewesen sein.
Der Verweis auf die Freiwilligkeit ist nichts als weiter als ein einknicken vor den Lobbyisten und ein weiteres Beispiel für das peinliche Mittelmaß unserer Politiker. Wenn man zu wenig Eier in den Hosen hat eine klare Regelung zu treffen wird eben die berühmte Freiwilligkeit bemüht. So ist man den schwarzen Peter scheinbar los und das ohne selber etwas falsch gemacht zu haben.
Es ist das klassische Beispiel, dessen Zeuge wir schon seit Jahren sowohl in der politischen als auch der wirtschaftlichen Führung werden.
Es ist die kollektive Verantwortungslosigkeit! Und das ausgerechnet da, wo es Entschlossenheit bedürfte!
Paging