Nach den Banken werden nun auch die Versicherer Opfer des Börsenkrachs. Fallende Aktienkurse und Zinsen setzen Konzerne unter Druck.
Die letzten Illusionen schwinden. Spätestens seit klar ist, dass nicht nur über den Aktienbörsen der Sturm fegt, sondern auch weite Teile des Rentenmarkts einbrechen, fliehen die Anleger aus Versicherungsaktien. Lange Zeit hielten sich die Kurse von Branchengrößen wie Allianz, der italienischen Generali oder der niederländischen Aegon besser als die Dividendenpapiere von europäischen Banken. Doch seit ein paar Wochen gibt es kein Halten mehr. "Rette sich, wer kann", heißt die Devise, seit die Aktionäre begriffen haben, dass die Aktien der Assekuranzen nichts anderes sind als eine Wette darauf, dass der kranke Kapitalmarkt schnell gesundet.
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Die Entwicklung der Aktien wichtiger Versicherungsunternehmen sehen Sie in dieser Grafik. (© Grafik: SZ)
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"Für die Versicherungskonzerne ist die Welt heute eine vollkommen andere als noch vor 18 Monaten", sagt Werner Hölzl von der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC), die Ende 2008 eine Umfrage unter mehr als 400 Versicherungsmanagern durchführen ließ. Die drei am häufigsten genannten Probleme - sinkende Renditen, schwankende Aktienmärkte und Kapitalknappheit - treffen die Branche demnach hart.
Es ist noch nicht lange her, da hielten sich die Versicherer für immun gegen das Siechtum an den Börsen. "Die Finanzmarktkrise ist keine Krise der Versicherer", sagte Bernhard Schareck, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im November. Und Michael Diekmann, Vorstandschef des Branchenprimus Allianz, bezeichnete das Wertpapierportfolio seines Konzerns im Oktober als "eines der sichersten überhaupt".
Hohe Abschreibungen
Selbstbewusst zeigten sich die Versicherer, weil ihnen - anders als vielen Banken - kein Versiegen des Geldflusses drohe. Schließlich strömten Monat für Monat Beiträge in die Kassen, die deutlich über den Auszahlungen lägen. Zudem habe die Assekuranz im Vergleich zu den Kreditinstituten bisher nur geringe Abschreibungen auf spekulative Wertpapiere vornehmen müssen. Ein Fall wie AIG - der US-Versicherer mutierte zum Hedgefonds und verzockte ein Vermögen - sei in Deutschland unvorstellbar. Und doch hinterlässt die Finanzkrise immer tiefere Spuren.
So hat die Allianz im vergangenen Jahr 3,3 Milliarden Euro abgeschrieben, 2,9 davon entfielen auf Kursverluste im Aktiengeschäft. Wie dem Münchner Konzern erging es vielen. Um das Risiko zu begrenzen, haben die Portfoliomanager Dividendenpapiere verkauft. "Die Aktienquote der Lebensversicherer ist durch Verkäufe und Kursrückgänge auf ein bis fünf Prozent geschrumpft", schätzt Robert Mazzuoli, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Nun könnte man sagen: Hier droht nicht mehr viel Ungemach.
Die großen Risiken sehen die Analysten jetzt bei den Anleihen. Staatsanleihen, Pfandbriefe, Schuldscheindarlehen und Unternehmensanleihen machen den Löwenanteil in den Depots aus. Weil aber Banken, Industrieunternehmen, ja ganze Staaten auf der Kippe stehen, ist die Nervosität groß. "Die Diskussion über die Stabilität des Euro und den möglichen Bankrott einzelner Länder ist Gift für deren Staatsanleihen", sagt Konrad Becker, Analyst der Privatbank Merck, Finck & Co. "Die Angst drückt die Kurse der Rentenpapiere, den Versicherern drohen deshalb Abschreibungen."
Lesen Sie im zweiten Teil, warum auch das Tagesgeschäft der Versicherer nicht mehr so gut läuft - und warum deutsche Bundesanleihen nur eine relativ geringe Rendite abwerfen.
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Hätte laut Nachdenkseiten nicht schon längst ein paar Versicherungen pleite sein müssen? Und müßten nicht die Goldpreise viel höher sein?
Ich will mich hier nicht mit fremden Federn schmücken, aber das habe ich schon viel genauer auf den Nachdenkseiten.de gelesen - vor Wochen